Gifhorn

Standort Gifhorn - Chronik 1959-1991

Bucheinband Vorder- und Rückseite

Das Buch "Grenzschutzabteilung "Gifhorn - Chronik 1959-1991" wurde mir dankend als Leihgabe von Sandra Dumann aus Mannheim in gutem Zustand zur Verfügung gestellt.

Ein Kopieren über den Scanner hätte den Buchrücken zu sehr strapaziert. Die darin enthaltenen Bilder wurden daher fotografiert.

Mit seinen 200 Seiten ist das Buch zu umfangreich, um es in ein einziges PDF-Dokument zu packen. Ich habe mich daher entschlossen, es abzuschreiben und die Inhalte/Abschnitte in entsprechende Kartenreiter zu untergliedern.

Herausgeber war der Bundesgrenzschutz Gifhorn. Um keine rechtlichen Probleme mit seiner Wiedergabe auf dieser Seite zu erhalten hielt ich mit dem Bundespolizeipräsidium (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) als nachfolgende Institution des Rechteinhabers Rücksprache.

Die Wiedergabe des Buches erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Bundespolizeipräsidiums Potsdam -Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

StSt ÖA - 21 03 01/07-52 vom 24. Juli 2014.

Die Qualität der S/W-Bilder bitte ich zu entschuldigen. Ich habe alles mögliche versucht, doch die recht dunkle Ablichtung gepaart mit dem grobkörnigem Papier ließ keine bessere Qualität zu.

TEIL I

Chronik der Grenzschutzabteilung Gifhorn 1959-1991

Verfasser: Polizeihauptmeister im BGS Günter Buhnese

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Herausgeber: Bundesgrenzschutz Gifhorn

Quellen: unter anderem Schriften vergangener Standortjubiläen sowie BGS Zeitschriften, Lokalzeitungen, dienstliche Schreiben und mündliche Überlieferungen

Fotos: Archiv BGS Gifhorn, Aufnahmen des Verfassers

Die Lokalpresse der Stadt Gifhorn berichtete am 16. November 1959:

Aller-Zeitung

Montag, 16. November 1959

Eine Bitte der Stadt:

Flaggen für Bundesgrenzschutz

Am heutigen Montag rücken drei Hundertschaften des Bundesgrenzschutzes in ihre neue Garnisionsstadt Gifhorn ein. Der Marsch durch die Stadt beginnt gegen 15:00 Uhr in Gifhorn-Süd (Herzog-Ernst-Auguststraße) und endet gegen 16:00 Uhr auf dem Schützenplatz, wo die Begrüßung durch den Bürgermeister erfolgt. Die Stadt bittet die Bevölkerung aus Anlass dieses Ereignisses für die Stadt Gifhorn besonders die Straßen, durch die der BGS marschiert, zu beflaggen.

Ein herzliches Willkommen

allen Angehörigen des Bundesgrenzschutzes, die am 16. November die neu erbauten Unterkünfte am Wilscher Weg beziehen und damit Bürger der Stadt Gifhorn werden. Bei uns gelten gegenseitige Rücksichtnahme, gegenseitiges Verständnis und das Bemühen, von Mensch zu Mensch behilflich zu sein, als Grundlagen unserer Gemeinschaft. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich auch unsere neuen Bürger zu diesen Grundsätzen bekennen werden. Sie sollen keine Sondergruppe, kein Fremdkörper sein, sondern echte Bürger unserer Stadt, Bürger in Uniform. Gemeinsam wollen wir alle uns stets für das Wohl unserer Stadt und ihre Einwohner einsetzen.

Wilhelm Thomas- Bürgermeister der Stadt Gifhorn

Entstehung, Entwicklung und Ereignisse - unter anderem:

  • Die Geschichte der Gifhorner Abteilung

  • Wer führte und prägte nun die Abteilung?

  • Konnten die gestellten Aufgaben denn gemeistert werden?

  • Die polizeiliche Grenzüberwachung

  • Grenzstreifen in den 70er Jahren

  • Die große Wende im täglichen Dienstablauf

  • Der Einigungsvertrag und die Wiedervereinigungsfeier

  • Einsatz zum Schutz der Überführung der Sarkophage Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II.

  • Kam die Aus- und Weiterbildung auch nicht zu kurz?

  • Der Standort-Übungsplatz Wilsche

  • Sonderwagen im BGS

  • Werbung beim Bundesgrenzschutz

  • Frauen beim BGS in Gifhorn

  • Was tat sich in der Verpflegungs- und Bekleidungswirtschaft?

  • Verleihung der Truppenfahne durch die Stadt Gifhorn an den Bundesgrenzschutz Gifhorn

Alt-Bundeskanzler Konrad Adenauer würdigte in einem Tagesbefehl anlässlich des Wechsels von Grenzjägern zur Bundeswehr im Jahre 1956 die Leistungen des Bundesgrenzschutzes.

Darin hieß es:

Die Männer, die vor Jahren als erste wieder die Uniform anzogen, um Volk und Heimat zu schützen, sind als Träger bester deutscher Tradition und staatsbürgerlicher Gesinnung berufen, bei der Wiedergeburt deutschen Soldatentums an hervorragender Stelle mitzuwirken. Aber auch diejenigen, die im BGS verbleiben, haben eine Aufgabe zu erfüllen, deren Bedeutung keineswegs hinter derjenigen der Streitkräfte zurücksteht.

Der im Bundesgrenzschutz lebende Geist möge auch ihre fernere Arbeit im Dienst unseres Vaterlandes beseelen bis zu dem Tage, an dem ein wiedervereinigtes Deutschland ihnen danken wird.

Hinweis: gemäß Gesetz vom 9.5.1956 (vom Bundesrat mit knapper Mehrheit gebilligt, vom Bundestag verabschiedet) wurde die Überführung des BGS in die Bundeswehr am 01.07. 1956 durchgeführt.

Auf freiwilliger Basis (die Übernahme mit einem Dienstgrad höher wurde in bestimmten Bereichen vorgenommen) wechselten von den 16.614 Beamten gleich 9572 Beamte in den Dienst der Bundeswehr über.

Vorwort durch den ersten Abteilungskommandeur der Gifhorner Abteilung Karl-Heinrich Markhoff

An sich ist es üblich, eine Chronik nach Abschluss eines geschichtlichen Vorganges oder am Ende eines Lebenslaufes zu verfassen. Das ist hier erfreulicherweise nicht der Fall; denn die Grenzschutzabteilung Gifhorn, deren Entwicklung seit ihrer Geburt in dieser Schrift aufgezeichnet ist, lebt. Verbunden mit herzlichem Dank an den Autor, Polizeihauptmeister im BGS Günther Buhnese, wünsche ich, dass dieses Werk über viele Jahrzehnte unvollendet bleiben möge, um von Zeit zu Zeit ergänzt zu werden, wenn aus der Zukunft Vergangenheit geworden ist.

Ganze fünf Jahre war der Bundesgrenzschutz jung, als der Gesetzgeber, der ihn erst kurz zuvor personell verdoppelt hatte, schon meinte, auf ihn verzichten zu können, indem er entschied, die BGS-Beamten in die Bundeswehr zu überführen, um deren Aufstellung zu erleichtern. Das damals fast die Hälfte der Grenzjäger und Unterführer wie auch ein Teil der Offiziere von ihrem Optionsrecht Gebrauch machten, war nicht eingeplant. Allein durch das Votum dieser Männer, zu denen auch ich zählte, wurde die Auflösung der jungen Grenzschutztruppe damals verhindert. So kam es, entgegen den ursprünglichen mit dem Überführungsgesetz verbundenen Erwartungen, zum Wiederaufbau des BGS und damit zur Aufstellung einer trägt die GSA in Gifhorn.

Ich erlebte die Phase des Neuanfangs im Stab des GSK Nord. Als ich dann mit Frühlingsanfang 1959 nach Neutramm abgeordnet wurde, um die für den Standort Gifhorn vorgesehene Abteilung aufzustellen, war dort bereits eine „Alt“-GSA stationiert, die auf Ihren Umzug in den Standort Lüneburg wartete. Da aber die Neubauten in Gifhorn nach Meinung des BMI nicht vor Jahresende bezugsfertig sein sollten, glaubten die Planer im Ministerium, dass es sinnvoller wäre, statt der Neuaufstellung-welche dann kurzfristig hätte nach Lüneburg umziehen können-die „Alt“- GSA Neutramm später nach Gifhorn zu verlegen. Nur dem energischen Widerstand des unvergessenen Kommandeurs GSK Nord, Brigadegeneral im BGS H. Müller war es zu verdanken, dass diese Absicht nicht realisiert wurde und wir, wie vorgesehen, am 16. November 1959 in Gifhorn einzogen, um eine Großbaustelle auf sandigen Hügel in Besitz zu nehmen.

Die Schilderung der Vorgänge aus den Jahren 1956 und 1959 mögen die geradezu schicksalhafte Wirkung und Weichenstellung für das dienstliche und private Leben aller Grenzschutzangehörigen wie deren Familien jener Zeit verdeutlichen.

Da ich diese Erinnerungen zu Papier bringe, nähert sich der Tag, an dem die" Mannschaft der ersten Stunde " vor 33 Jahren bei herbstlichem Schmuddelwetter mit Musik, von der Südstadt aus erstmals durch die Gifhorn marschierte, dass damit BGS-Standort wurde. Wenige meiner damaligen Weggefährten stehen heute noch im aktiven Dienst. Ich selbst durfte ein volles Jahrzehnt hindurch die Grenzschutzabteilung Gifhorn führen und gestehe gern, dass ich diese Aufgabe als das Kernstück meines langen Berufslebens bewerte. Die fachliche Kompetenz, ein ausgeprägter Gemeinschaftssinn sowie der Leistungswille meiner vielen treuen Mitstreiter und die damals recht großzügig angelegte Führung-und Entscheidungsfreiheit des Abteilungskommandeurs ermöglichten-in den schwierigen Phasen der auf Aufstellung – Ausbildung und Reife zur Einsatzabteilung.

Erfolge, an denen sich spätere Generationen von Polizeivollzugsbeamten orientieren konnten.

Den Wandlungen der Auffassungen unserer schnelllebigen Zeit gemäß, hat sich auch der Bundesgrenzschutz, gesetzlichen Forderungen entsprechend, wesentlich verändert. Letztlich führte der Fortfall der innerdeutschen Grenze zu erheblichen strukturellen Reformen im Zuschnitt auf neue Aufgaben. Standort und Grenzschutzabteilung Gifhorn werden fortbestehen. Ich hoffe und wünsche, dass es lange so bleiben möge, dass dieser bewährte Grenzschutzverband weiterhin für die Sicherheit unseres Landes seinen Weg über die Schwelle des nächsten Jahrtausends unberührt geradlinig und zielstrebig beschreiten wird.

Markhoff (leitender Polizeidirektor im BGS a. D.)

Prolog durch den derzeitigen Abteilungsführer

Die vorliegende Chronik kann in großen Zügen als typisierend für alle an der ehemaligen innerdeutschen Grenze dislozierten Grenzschutzabteilungen gelten. Sie gewinnt damit allgemeine Bedeutung für diese historische Epoche deutscher Geschichte.

Neben diesem Aspekt ist die Chronik für alle ehemaligen und auch heutigen Angehörigen der Gifhorner Abteilung ein Nachschlagewerk, das Erinnerungen wach rufen wird. Der eine oder andere wird beim Betrachten der Bilder und Lesen der anekdotischen Begebenheiten vielleicht auch zu nostalgischer Besinnung und zum Schmunzeln angeregt.

Sollten diese aufgezeigten Wirkungen eintreten, so ist dies vom Verfasser gewollt und ein wesentlicher Zweck des Buches erreicht.

Dank gebührt dem Verfasser nicht nur dafür, sondern auch für die umfangreiche Arbeit, die der Zusammenstellung aller Quellen, Daten und Bilder voranging.

Gifhorn, im Oktober 1992

Saatkamp (Polizeioberrat im BGS und Abteilungsführer)

Personen, Daten und wesentliche Einsätze

Name des Verbandes:

Grenzschutzabteilung Nord 3

 

Anschrift:

Wilscher Weg 59,3170 Gifhorn

 

Aufstellungsdatum:

1. März 1959

 

frühere Verbandsnamen:

Grenzschutzabteilung III/6, Kurzbezeichnung: III./GSG 6, Zeitraum: 01.03.1959 bis 31.01.1963

 
 

Grenzschutzabteilung III/5, Kurzbezeichnung: III./GSG 5, Zeitraum: 01.02.1963 bis 31.12.1966

 
 

Grenzschutzabteilung IV/6, Kurzbezeichnung: IV./GSG 6, Zeitraum: 01.01.1967 bis 30.06.1981

 

Abteilungskommandeure:

Oberstleutnant i. BGS Markhoff, Karl-Heinrich vom 01.03.1959 bis 31.03.1969

 

Oberstleutnant i. BGS Mally, Herbert vom 01.04.1969 bis 30.04.1974

 

Polizeidirektor i. BGS Schubarth-Engelschall, Hartmann vom 01.05.1974 bis 31.07.1985

 

Polizeidirektor i. BGS Hohmann, Günther vom 02.07.1985 bis 18.08.1988

 

Polizeioberrat i. BGS Koch, Hubertus ab 19.08.1988

stellvertretende Abteilungskommandeure:

Major i. BGS Schug, Egon (zugeordnet von II./GSG 2) vom 12.10.1962 bis 04.02.1963

 

Major i. BGS Thelen, Hans vom 01.03.1965 bis 22.09.1965

 

Major i. BGS Strecker, Alwin vom 01.04.1969 bis 28.02.1976

 

Polizeirat i. BGS Werum, Jürgen vom 01.10.1976 bis 21.02.1977

 

Polizeirat i. BGS Doll, Eberhard vom 01.07.1978 bis 28.02.1979

 

Polizeirat i. BGS Schedler, Ferdinand vom 01.07.1979 bis 31.07.1982

 

zwischenzeitlich zur GSA Nord 3 abgeordnet: Polizeioberrat i. BGS Pusch, Lothar vom 13.08.1979 bis 25.03.1980

 

Polizeirat i. BGS Popp, Ortwin vom 03.07.1982 bis 31.12.1986

 

Polizeirat i. BGS Schulz, Wilhelm vom 01.07.1987 bis 31.10.1988

 

Polizeirat i. BGS Saatkamp, Willi ab 23.11.1989

Abteilungsärzte:

Medizinaldirektor i. BGS Dr. med. Löffler, Andreas vom 16.11.1959-31.12.1981

 

Medizinalrat der Reserve i. BGS Dr. med. Siewertsen, Hans-Christian vom 02.11.1981-31.01.1983

 

Medizinaldirektor i. BGS Groth, Wolf vom 01.01.1983-30.09.1984

 

Medizinaloberrat i. BGS Dr. med. Marzock, Hans-Joachim ab 01.04.1986

Leiter der Grenzschutzverwaltungsstelle Gifhorn:

Regierungsoberinspektor i. BGS Kaiser, Willi vom 16.11.1959 bis 31.03.1963 (m.d.W.d.G. beauftragt)

 

Regierungsamtmann i. BGS Ziegenhagen, Rudolf vom 01.04.1963 bis 31.12.1965

 

Regierungsoberamtmann i. BGS Kaiser, Willi vom 03.01.1966 bis 31.07.1975

 

Regierungsamtsrat i. BGS Ventz, Albert vom 29.08.1975 bis 31.12.1978

 

Regierungsamtmann i. BGS Bittner, Erhard vom 10.01.1979 bis 01.02.1980 (ab 17.09.1978 m.d.W.d.G.b.)

 

Regierungsamtsrat i. BGS Megeth, Willi ab 25.02.1980

Grenzschutz-Unterkunft:

Größe des Unterkunftsgeländes bei Ankauf: 23,45 ha zzgl. 10,00 ha nach Zukauf im Juli 1960 (gesamt: 33,45 ha)

 
 

Beginn der Baumaßnahmen für die neue Unterkunft: Juni 1959; Richtfest: 28.08.1959

 
 

Bezogen durch Vorkommando (12. Hu.): 20.10.1959

 
 

Verlegung der Stammeinheit III./GSG 6 von Neutramm in die neue Unterkunft (Abt. Stab, der 9. und 10. Hundertschaft): 14.11.1959

 
 

Schlüsselübergabe an den Kommandeur GSK Nord, Brigadegeneral i. BGS Müller: 16.11.1959, 12.15 Uhr

 
 

Einmarsch in den Standort Gifhorn: 16.11.1959, nachmittags

 

Bauabschnitte:

Fertigstellung bei Übergabe der Unterkunft: Stabsgebäude, Hundertschaftsgebäude, Lehrsaalgebäude (Fachschule), Wirtschaftgebäude (zur Hälfte), Krankenabteilung (Inbetriebnahme am 20.12.1959)

 

Nachträgliche Fertigstellung:

Sportanlagen und Tanklager (2. Halbjahr 1960), Dienstwohnungen Innendienstleiter, KFZ-Hallen und Kammergebäude (1. Halbjahr 1961), Kleinkaliber-Schießstand (März 1963, Sporthalle (Januar 1964), KFZ- und Waffenwerkstatt (2. Halbjahr 1964)

 

Weitere bauliche Maßnahmen:

1968 (Baubeginn f.d. Gebäude der GS-Fliegerstaffel, Umzug der GS-FlSt von Braunschweig nach Gifhorn im Januar 1972), 1983/84 (Erweiterungsbau Bekleidungskammer mit Neubau der Raumschießanlage), 1983-1987 (Grundsanierung der Hundertschaftsgebäude), 1991-1992 Grundsanierung des Kammergebäudes)

 

Bauten außerhalb der GS-Unterkunft:

Der Schießstand des BGS auf der Standortschießanlage Wesendorf bei Gifhorn wurde im November des Jahres 1962 zur Benutzung freigegeben.

 

Gelände außerhalb der GS-Unterkunft:

Der Standort-Übungsplatz Wilsche - etwa 100 ha groß - ist seit 1966 bundeseigenes Gelände und Teil des GS-Standortes Gifhorn. Das Gelände - ca. 3,5 km nordwestlich von Gifhorn gelegen - wurde mit Inkrafttreten des regionalen Raumprogramms am 16.09.1986 als Sperrgebiet ausgewiesen.

 

"Kunst am Bau":

Im Jahre 1964 schuf der bekannte Worpsweder Künstler, Peter Lehmann, eine Skulptur mit dem Namen "Schutzring". Diese Skulptur ist Eigentum der Bundesrepublik Deutschland; sie wurde für einen Preis von 16.000,00 DM erworben (Vermerk: bei den Beamten bekannt unter dem Namen: "Der Personalrat")

 

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Katastropheneinsätze

Juni 1959:

Bekämpfung des Feuers in den Staatsforst würde mit der neu aufgestellten Abteilung; Dauer des Einsatzes: eine Woche

17. 02. bis 22.02.1962:

Sturmflutkatastrophe; eingesetzt: 255 PVB im Raum Winsen/Luhe, Hamburg-Wilhelmsburg

08.05. und 13.05.1963:

Waldbrandbekämpfung im Staatsforst Gifhorn; eingesetzt je 30 PVB

21.07.1964:

Moorbandbekämpfung im Raum Neudorf-Plattendorf; eingesetzt 74 PVB

17.03.1972:

Waldbrandbekämpfung bei Ummern; eingesetzt 38 PVB

13.11.1972:

Einsatz anlässlich Sturmkatastrophe im Landkreis Gifhorn; eingesetzt 107 PVB

20.06.1973:

Waldbrandbekämpfung bei Ummern; eingesetzt 54 PVB

19.12.1974:

Hochwasserbekämpfung an der Elbe im Raum Dannenberg; eingesetzt 42 PVB

09.08. bis 16.08.1975:

Waldbrandkatastrophe im Raum Stüde; eingesetzt 122 PVB und Leihpferde

04.01.1976:

Hochwasserkatastropheneinsatz bei Bremen eingesetzt 28 PVB

18.07.1976:

Deichbruch Elbe-Seitenkanal bei Lüneburg; eingesetzt 13 PVB

26.07. bis 27.07.1983:

Waldbrandbekämpfung im Staatsforst Knesebeck; eingesetzt 21 PVB

Einsatz von technischen Kräften

Januar 1962:

Bau einer 8t-Brücke über die Aller im Raum Altencelle; Brückenlänge: 35 m

Juni 1965:

Bau einer 6t-Brücke über die Aller im Raum Büstedt; Brückenlänge: 11,6 m

Oktober 1966:

Bau einer Brücke über die Ise bei Wahrenholz; Brückenlänge: 9 m

Januar 1970:

Bau einer 4t-Brücke über die Aller in Gifhorn (Rot-Brücke); Brückenlänge: 36 m

Sonstige Einsätze

Ernteeinsatz bis September 1962:

Einbringen der Ernte sowie Transport von Korn im Raum Gifhorn und Schöningen; insgesamt 267 Tagesleistungen

Ernteeinsatz 13.-18.10.60:

Kartoffelernte im Landkreis Gifhorn, eingesetzte Kräfte: 12 PVB

Ernteeinsatz 13. und 14.12.60:

Rübenernte im Landkreis Gifhorn; eingesetzte Kräfte: 65 PVB

1965:

Schutz von Bundesorganen: Gestellung der Wachhundertschaft Bonn ab dem 12.5.1964 für die Dauer eines halben Jahres mit eins zu 121 PVB.

April 1967:

Gestellung der Ehrenhundertschaft zu den Beisetzungsfeierlichkeiten Altbundeskanzler Dr. Konrad Adenauer

Einsatz von Ordnungskräften:

Während der Olympischen Spiele in München 1972 waren von der damaligen GSA IV/6 in der Zeit vom 15.08. Bis 13.09.197253 Beamte als Organisations– und Ordnungskräfte eingesetzt.

 

79. Deutscher Katholikentag in Hannover 1962. Es kamen zum Einsatz: vom 23.07. – 16.08. und vom 27.08. – 04.09.62 (Vor– und Nachbereitungsphase): 18 technische Fachkräfte und vom 22.08. – 26.08.62: 3 PVB mit einer Einsatzküche.

20.12.1988 – 09.05.1989:

Einsatz zur Betreuung und Versorgung von Aussiedlern in der Behelfsunterkunft Bramsche-Hesepe bei Osnabrück. Dabei vom 11.04. – 09.05.89 mit der Leitung der Unterkunft beauftragt; eingesetzt insgesamt täglich zwischen 82 und 99 PVB. Vom 20.12.88 – 28.03.89 von der GSA Nord 3 eingesetzt: ein Einsatzkoch, ein Wart für Unterkunft und Verpflegung, sowie gemäß besonderer Einteilung: Blockbetreuer, Sanitätsbeamte, Küchenhilfskräfte.

Einsatz von Strahlenspürtrupps:

Aufgrund der Havarie eines Kernkraftwerkes in der UdSSR; Einsatzort: Grenzübergang Helmstedt/BAB. Kräfte: 14 PVB (täglich 2 – 4 PVB). Einsatzzeit: 30.04. – 05.05.1986

Abschiebung von illegal eingereisten Asylanten (Tamilen) über Ost-Berlin in die BRD:

07./08.07.1986: Einsatz eines sMKw zum Transport von Asylanten von der GSSt Helmstedt/Bhf. zum Flughafen Frankfurt/M. Eingesetzte Kräfte: 11 PVB 24./25.07.1986: Einsatz wie 07./08.07.1986. Eingesetzt: Bereitschaftsgruppe I mit 8 PVB. 01.08.1986: Einsatz wie 07./08.07.1986. Eingesetzt: sMKw mit 18 PVB. 04./05.08.1986: Einsatz wie 07./08.07.1986. Eingesetzt: sMKw mit 21 PVB. 22.08.1986: Einsatz wie 07./08.07.1986. Eingesetzt: 2 PVB mit VW-Kombi

30./31.10.1991:

Einsatz von Kräften der GSA Nord 3 zur Durchführung der internat. Konferenz über Fragen der illegalen Einreise aus und über Mitteleuropa. Eingesetzt wurden: 1 Abt.-Arzt, 1 Sanitäter, 2 Kraftfahrer

03.04. – 05.04.1991:

Schutz des Bundespräsidenten anl. seines Aufenthaltes in Berlin. Stärke: ein E-Zug

23.04. – 26.04.1991:

Einsatz zum Schutz des Besuches der holländischen Königin beim Bundespräsidenten der BRD, Richard v. Weizäcker. Stärke: 1 Gruppe

Polizeiliche Einsätze - mit der Abteilungsführung beauftragt:

15.05. - 23.05.1973:

Einsatz der Abteilung zum Schutz des Staatsbesuches Leonid Breschnjew in der BRD am Petersberg bei Bonn mit 170 PVB.

01.01. - 30.11.1977:

Einsatz der Abteilung zum Schutz von Bundesorganen nach der Befreiung der Geiseln durch die GSG 9 nach dem Tod des Dr. H.-M. Schleyer in Euskirchen bei Bonn mit einer Gesamtstärke von 270 PVB; davon von Gifhorn: 151 PVB

05.01. - 08.01.1986:

Einsatz der Abteilung nach § 9 BGSG zur Unterstützung der Polizei Bayern anl. der Räumung des Geländes zum Bau der WAA Wackersdorf mit 494 PVB; davon von Gifhorn: 250 PVB

Räumung des durch Kernkraftgegner errichteten "Hüttendorfes" auf dem Baugelände der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf.

03.10. - 05.10.1986:

Einsatz der Abteilung nach § 9 BGSG zur Unterstützung der Polizei Bayern anl. der angekündigten Großdemonstration mit 451 PVB; davon von Gifhorn 224 PVB

01.05. - 02.05.1987:

Einsatz der Abteilung nach § 9 BGSG zum Schutz der Kernkraft-Union in Mühlheim mit 486 PVB

20.02. - 21.02.1989:

Einsatz der Abteilung nach § 9 BGSG zum Schutz des Ablaufes der deutsch-britischen Konsultation in Frankfurt/Main Unterstützung mit 539 PVB; davon von Gifhorn: 181 PVB

01.10. - 04.10.1990:

Einsatz der Abteilung nach § 9 BGSG zur Sicherung des Ablaufes der Wiedervereinigungsfeierlichkeiten in Berlin mit 498 PVB; davon von Gifhorn: 249 PVB

16.08. - 18.08.1991:

Einsatz der Abteilung nach § 9 BGSG zur Sicherung des Ablaufes der Überführung und Beisetzung der Sarkophage Friedrich-Wilhelm I. und Friedrich II. in Potsdam mit 792 PVB; davon von Gifhorn: 196 PVB

17.09. - 01.10.1991:

Einsatz der Abteilung nach § 2 BGSG zur Unterstützung des GS-Amtes Frankfurt/Oder bei der Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs (illegale Einreise von Rumänen über Polen) mit 324 PVB; davon von Gifhorn: 152 PVB

10.12. - 20.12.1991:

Einsatz der Abteilung nach § 2 BGSG zur Unterstützung des GS-Amtes Frankfurt/Oder bei der Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs mit 284 PVB; davon von Gifhorn: 156 PVB

Polizeiliche Einsätze - von Teileinheiten zur Unterstützung der Polizeien der Länder

06.04. - 07.04.1973:

GSOD-Einsatz im Raum Saarbrücken; Fahndung nach Bankräubern mit 65 PVB.

01.06. - 30.06.1975:

Einsatz eines Jägerzuges zur Sicherung des Prozessablaufes anl. der Verhandlungen gegen die Baader-Meinhof-Bande in Stuttgart.

30.05. - 27.06.1976:

Einsatz anl. des Prozesses gegen die Baader-Meinhof-Bande; Stärke: 2/12/66 = 85 PVB.

18.02. - 20.02.1977:

Einsatz anl. der Demo gegen das Kernkraftwerk Brokdorf; Stärke: 4/30/106 = 140 PVB.

18.03. - 20.03.1977:

Einsatz anl. der Demo gegen das Kernkraftwerk Grohnde; Stärke: 4/31/109 = 144 PVB.

06.05. - 08.05.1977:

Einsatz anl. der Demo gegen das Kernkraftwerk Ohu; Stärke: 3/34/89 = 126 PVB.

23.09. - 25.09.1977:

Einsatz anl. der Demo gegen das Kernkraftwerk Kalkar; Stärke: 2/32/88 = 122 PVB.

05.05. - 07.05.1978:

Einsatz anl. des Besuches des sowj. Staatsoberhauptes L. Breschnjew; Stärke: 0/12/19 = 31 PVB.

11.07. - 18.07.1978:

Einsatz anl. des Weltwirtschaftsgipfels; Stärke: 0/7/24 = 31 PVB.

24.09. - 25.09.1980:

Schutz einer Wahlkundgebung der CDU in Bremen; Stärke: 1/21/31 = 53 PVB.

27.02. - 01.03.1981:

Einsatz anl. der Demo gegen das Kernkraftwerk Brokdorf; Stärke: 2/42/99 = 143 PVB.

02.11. - 09.11.1981 und 17.11. - 24.11.1981:

Einsatz anl. der Räumung des Geländes zum Ausbau des Flughafens Frankfurt/M.; Stärken: 0/6/25 = 31 PVB und 0/7/28 = 35 PVB

Der Wasserwerfer.....zurück aus dem Einsatz

Der Wasserwerfer.....zurück aus dem Einsatz

Ein bedeutendes Einsatzmittel, das anl. von Großdemonstrationen zum Einsatz kam und den Einsatzkräften die nötige Unterstützung bei der Bewältigung ihres Auftrages gab. Neben dem WaWe 4 erhielt die Abteilung im Jahre 1989 den größeren WaWe 9, der u.a. über eine größere Wasseraufnahme und einen stärkeren Wasserdruck verfügt; somit steht mit diesem WaWe 9 den Einsatzkräften ein noch wirkungsvolleres Einsatzmittel zur Verfügung.

Dieser Wasserwerfer wurde anl. des Einsatzes zum Schutz des Kernkraftwerkes Grohnde (18.-20.03.1977) von den gewalttätigen Demonstranten mit Schrauben und Krampen beschossen, sowie mit Farbbeuteln beworfen. (Hinweis: Diesen "Geschossen" waren auch Einsatzkräfte ausgesetzt. Sie konnten sich nur mit ihren Schutzschilden schützen; das eine oder andere "Geschoß" traf doch den Mann!)

08.02. - 16.02.1982:

Schutz der Baumaßnahmen auf dem Flughafen Frankfurt, Startbahn West; Stärke: 2/18/36 = 65 PVB.

12.10. - 16.10.1983:

Schutz einer US-Einrichtung in Bremerhaven; Stärke: 2/40/45 = 87 PVB.

30.04.1984:

Einsatz anl. der "Wendland-Blockade"; Stärke: 3/9/26 = 38 PVB.

08.10. - 10.10.1984:

Einsatz zur Sicherung des 1. Transportes schwach radioaktiven Materials nach Gorleben; Stärke: 2/19/70 = 91 PVB.

29.01. - 05.02.1985:

Einsatz zur Bekämpfung mögl. Aktionen terroristischer Gewalttäter im Zusammenhang mit der Verlegung von Terroristen an die Med. Hochschule Hannover; Stärke: 4/36/88 = 128 PVB.

29.04. - 06.05.1985:

Schutz des Ablaufes des Weltwirtschaftsgipfels; Stärke: 6/41/100 = 147 PVB.

25.02. - 26.02.1986:

Schutz der Rodungsarbeiten für die Errichtung der Salzhalde am Erkundungsbergwerk Gorleben; Stärke: 4/35/78 = 117 PVB.

08.05. - 10.05.1986:

Einsatz anl. einer demonstrativen Veranstaltung an der Endlager-Baustelle Gorleben mit anschl. Marsch nach Salzgitter; Stärke: 5/32/83 = 120 PVB.

18.05. - 26.05.1986:

Einsatz zum Schutz der Bauanlagen der WAA Wackersdorf; Stärke: 5/36/94 = 135 PVB.

06.06. - 08.06.1986:

Einsatz an der WAA Wackersdorf; Stärke: 1/5/25 = 31 PVB.

27.06. - 29.06.1986:

Einsatz anl. angekündigter Groß-Demo in Regensburg; Stärke: 2/19/35 = 56 PVB.

26.07. - 27.07.1986:

Einsatz zum Schutz der Bauanlagen in Wackersdorf/Bayern; Stärke: 2/26/28 = 56 PVB

18.09.1986:

Einsatz zur Verhinderung von Störaktionen anl. der Abteufung des Schachtes 1 in Gorleben; Stärke: 1/9/19 = 29 PVB

14.10. - 20.10.1986:

Einsatz anl. der angekündigten Blockade und Aktionstage im Bereich der mittleren Oberpfalz; Stärke: 4/35/82 = 121 PVB

28.11. - 01.12.1986:

Einsatz anl. des Anti-AKW-Bundeskongresses in Regensburg; Stärke: 4/35/82 = 121 PVB

20.12.1986:

Einsatz anl. der Demo zum Thema "Solidarität-Hafenstraße" in Hamburg; Stärke: 5/42/84 = 131 PVB

19.06. - 20.06.1987:

Einsatz zum Schutz des Deutschen evangelischen Kirchentages in Frankfurt; Stärke: 5/42/84 = 131 PVB

01.08.1987:

Einsatz anl. des Aufzuges zur Erhaltung der Hafenstraße in Hamburg; Stärke: 25 PVB

12.11. - 19.11.1987:

Einsatz anl. der geplanten Räumung der Häuser in der Hafenstraße in Hamburg; Stärke: 5/40/77 = 122 PVB

07.10. - 11.10.1987:

Einsatz im Bereich der WAA Wackersdorf anl. des Einsatzes "Herbstaktion"; Stärke: 5/37/79 = 121 PVB

29.02. - 01.03.1988:

Einsatz zum Schutz der Tagung der EG-Außenminister in Hamburg; Stärke: 4/41/78 = 123 PVB

29.09. - 30.09.1988:

Einsatz anl. der Groß-Demo durch die "Anti-IWF-Koordination" in Hamburg; Stärke: 2/14/44 = 60 PVB

14.10. - 16.10.1988:

Einsatz anl. der Großkundgebung gegen die WAA in Schwandorf; Stärke: 5/34/80 = 119 PVB

10.12.1988:

Einsatz anl. der Groß-Demo zum Jahrestag des Palästinenseraufstandes in Hamburg; Stärke: 6/36/96 = 138 PVB

31.12.1988:

Einsatz anl. der Sylvester-Demo Hafenstraße" in Hamburg; Stärke: 1/7/22 = 30 PVB

17.03.1989:

Einsatz anl. der Groß-Demo zur Unterstützung der einsitzenden terroristischen Gewalttäter in Hamburg; Stärke: 4/31/77 = 112 PVB

28.04. - 30.04.1989:

Einsatz anl. der Groß-Demo "Zusammenlegung von RAF-Mitgliedern" in Bonn; Stärke: 4/31/84 = 119 PVB

26.05. - 29.05.1989:

Einsatz anl. der demonstrativen Aktion des gewaltbereiten Spektrums in der Hafenstraße in Hamburg; Stärke: 4/32/91 = 127 PVB

30.05. - 01.06.1989:

Einsatz zum Schutz des Arbeitsbesuches des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Georg Bush, im Bereich der Bez.-Reg. Koblenz; Stärke: 3/21/62 = 86 PVB

15.07. - 17.07.1989:

Einsatz zur Unterstützung der Polizei des landes Hamburg bei der Gewährleistung der ordnungsgem. Durchführung des 800. Hafengeburtstages "Sail '89"; Stärke: 1/14/45 = 60 PVB

20.07. - 24.07.1989:

Einsatz anl. Hafengeburtstag "Sail '89"; Stärke: 2/15/45 = 62 PVB

31.12.1989 - 01.01.1990:

Demonstrationsmarsch autonomer Gruppen in Hamburg; Stärke: ein E-Zug

06.02. - 10.02.1990:

Schutz des Baubeginns der Pilot-Konditionierungsanlage in Gorleben; Stärke: ein E-Zug

19.05.1990:

Einsatz anl. eines Aufzuges autonomer Gruppen durch die Innenstadt Hamburg; Stärke: ein E-Zug

23.06.1990:

Einsatz anl. der Demo "Mieterschutz in Hamburg"; Stärke: ein E-Zug

29.06. - 30.06.1990:

Einsatz anl. einer Demo-Veranstaltung in Hamburg ICC anl. der Eröffnungsveranstaltung "Phantom der Oper"; Stärke: ein E-Zug

24.07. - 22.09.1990:

Einsatz von Schutzkräften zur Vorbereitung und Durchführung des Abtransports der US-C-Waffen aus der BRD in Rheinland-Pfalz, Einsatz "Lindwurm"; Stärke: 18 PVB

28.07. - 11.08.1990:

Gestellung von weiteren Kräften zum Schutz der Vorbereitung des vorgenannten Transports; Stärke: eine E-Hundertschaft

08.09. - 22.09.1990:

Gestellung von Kräften für den Objektschutz zur Durchführung des o.a. Transportes; Stärke: ein E-Zug

10.09. - 22.09.1990:

Gestellung des Koordinierungs- und Verbindungsstabes anl. des Abtransports der US-C-Waffen aus der BRD, Bahntransport von Rheinland-Pfalz nach Wilhelmshaven; Stärke: 7 PVB

10.09. - 19.09.1990:

Bereithalten von Reservekräften zum Schutz des Abtransportes der US-C-Waffen; Stärke: 74 PVB

08.11. - 10.11.1990:

Gestellung von Einsatzkräften zum Schutz des Besuches des Präsidenten der UDSSR, M. Gorbatschow, auf dem Petersberg in Bonn; Stärke: eine E-Hundertschaft und Aufklärungskräfte

13.11. - 19.11.1990:

Unterstützungseinsatz Berlin anl. der Räumung besetzter Häuser; Kräfte: eine E-Hundertschaft

30.11. - 02.12.1990:

Einsatz zur Unterstützung der Polizei des Landes Brandenburg anl. eines Aufzuges rechtsradikaler Gruppen in Guben; Stärke: eine E-Hundertschaft mit Spezialkräften (Demo gegen die völkerrechtliche Anerkennung der Oder-Neiße-Linie).

31.12.1990 - 02.01.1991:

Einsatz anl. einer unfriedlichen, demonstrativen Aktion in Bremen; Stärke: ein E-Zug

18.01. - 20.01.1991:

Einsatz während des Sternmarsches in Frankfurt/M. anl. der Großdemonstration gegen den Golf-Krieg; Stärke: eine E-Hundertschaft

25.01. - 27.01.1991:

Einsatz während des Sternmarsches in Bonn anl. der Großdemonstration gegen den Golf-Krieg; Stärke: eine E-Hundertschaft

16.01. - 04.02.1991:

Unterstützung der Polizei des Landes Bremen bei der Durchführung der Kontrollaufgaben auf dem Flughafen Bremen; Stärke: 9 PVB

04.02. - 21.03.1991:

Unterstützung der Polizei des Landes Bremen bei der Durchführung der Kontrollaufgaben auf dem Flughafen Bremen; Stärke: 25 PVB

21.03. - 30.09.1991:

Unterstützung der Polizei des Landes Bremen bei der Durchführung der Kontrollaufgaben auf dem Flughafen Bremen; Stärke: 13 PVB

05.04. - 07.04.1991:

Unterstützung der Polizei des Landes Sachsen anl. eines Fußballspieles in Dresden; Stärke: 9 PVB

01.05. - 02.05.1991:

Einsatz zur Unterstützung der Polizei des Landes Niedersachsen anl. des Qualifikationsspieles zur Fußballeuropameisterschaft Deutschland-Belgien in Hannover; Stärke: eine E-Hundertschaft

10.05. - 12.05.1991:

Einsatz zur Unterstützung der Polizei des Landes Sachsen anl. des Oberligafußballspieles Leipzig-Rostock in Leipzig; Stärke: eine E-Hundertschaft

17.05. - 18.05.1991:

Einsatz zur Unterstützung der Polizei des Landes Sachsen anl. des Oberligafußballspieles Leipzig-Dresden in Leipzig; Stärke: eine E-Hundertschaft

24.05. - 26.05.1991:

Einsatz zur Unterstützung der Polizei des Landes Sachsen anl. folgender Veranstaltungen: Fußballspiel Chemnitz-Halle in Chemnitz und Rockkonzert in Freiberg; Stärke: eine E-Hundertschaft

01.06. - 03.06.1991:

Einsatz zur Unterstützung der Polizei des Landes Sachsen anl. des Sondertreffens der EG-Außenminister in Dresden; Stärke: 8 PVB

05.06. - 06.06.1991:

Einsatz zur Unterstützung der Polizei des Landes Sachsen anl. des Fußballspieles FC Sachsen Leipzig-LOK Leipzig in Leipzig; Stärke: zwei E-Züge

17.06. - 21.06.1991:

Einsatz zur Unterstützung der Polizei des Landes Berlin anl. der KSZE-Außenministertagung; Stärke: eine E-Hundertschaft (ohne 1. Zug)

22.07. - 24.07.1991:

Einsatz zur Unterstützung der Polizei des Landes Hamburg zum Schutz der ersten Baumaßnahmen auf dem Gelände des ehemaligen Theater "Flora"; Stärke: eine E-Hundertschaft (ohne 1. Zug)

29.07. - 31.07.1991:

Einsatz zur Unterstützung der Polizei des Landes Mecklenburg-Vorpommern anl. des Fußballspieles Rostock-Kaiserslautern in Rostock; Stärke: ein E-Zug

02.10. - 04.10.1991:

Einsatz zur Unterstützung der Polizei des Landes Sachsen zum Schutz der Veranstaltung "Tag der deutschen Einheit" in Leipzig; Stärke: ein E-Zug

13.12. - 17.12.1991:

Einsatz zur Unterstützung der Polizei des Landes Sachsen zum Schutz des CDU-Parteitages in Dresden; Stärke: ein E-Zug

31.12.1991 - 01.01.1992:

Einsatz zur Unterstützung der Polizei des Landes Bremen anl. der "Sylvester-Party" autonomer Gruppen; Stärke: ein E-Zug

Wiederkehrende Einsätze zur Unterstützung der Polizei der Länder

Schutz des Flugverkehrs auf deutschen Flughäfen

Flughafen Hannover:

28.09. - 01.10.1970: Stärke: 1/4/30 = 35 PVB.

 

17.08. - 31.08.1972: Stärke: 1/13/44 = 58 PVB.

 

26.10. - 09.11.1972: Stärke: 1/13/76 = 90 PVB.

 

04.01. - 18.01.1973: Stärke: 2/10/73 = 85 PVB.

 

01.03. - 15.03.1973: Stärke: 3/11/76 = 90 PVB.

Flughafen Köln-Bonn:

10.04. - 02.05.1973: Stärke: 2/22/106 = 130 PVB.

 

04.07. - 25.07.1973: Stärke: 2/10/73 = 85 PVB.

 

12.09. - 19.09.1973: Stärke: 2/15/73 = 90 PVB.

 

10.10. - 17.10.1973: Stärke: 1/16/76 = 93 PVB.

 

07.11. - 14.11.1973: Stärke: 1/14/78 = 93 PVB.

 

05.12. - 12.12.1973: Stärke: 1/13/78 = 92 PVB.

 

03.01. - 09.01.1974: Stärke: 1/15/76 = 92 PVB.

 

30.01. - 06.02.1974: Stärke: 1/14/77 = 92 PVB.

 

17.02. - 06.03.1974: Stärke: 1/17/80 = 98 PVB.

 

09.04. - 17.04.1974: Stärke: 1/16/75 = 92 PVB.

 

24.04. - 30.04.1974: Stärke: 1/17/76 = 94 PVB.

 

22.05. - 29.05.1974: Stärke: 2/16/76 = 94 PVB.

 

26.06. - 03.07.1974: Stärke: 0/5/35 = 40 PVB.

 

22.10. - 30.10.1974: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

20.12. - 27.12.1974: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

15.01. - 22.01.1975: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

12.02. - 19.02.1975: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

12.03. - 19.03.1975: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

09.04. - 16.04.1975: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

07.05. - 14.05.1975: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

04.06. - 11.06.1975: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

09.07. - 16.07.1975: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

29.07. - 06.08.1975: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

27.08. - 03.09.1975: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

24.09. - 01.10.1975: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

22.10. - 29.10.1975: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

19.11. - 16.11.1975: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

10.12. - 17.12.1975: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

07.01. - 14.01.1976: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

11.02. - 18.02.1976: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

10.03. - 17.03.1976: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

31.03. - 07.04.1976: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

28.04. - 05.05.1976: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

12.05. - 19.05.1976: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

14.07. - 21.07.1976: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

11.08. - 18.08.1976: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

01.09. - 08.09.1976: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

22.09. - 29.09.1976: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

13.10. - 20.10.1976: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

26.01. - 02.02.1977: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

06.04. - 13.04.1977: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

18.05. - 25.05.1977: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

06.07. - 13.07.1977: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

17.08. - 31.08.1977: Stärke: 1/10/58 = 69 PVB.

 

09.09. - 14.09.1977: Stärke: 1/7/23 = 31 PVB.

 

28.09. - 14.09.1977: Stärke: 0/9/31 = 40 PVB.

 

19.10. - 26.10.1977: Stärke: 0/6/18 = 24 PVB.

 

01.02. - 08.02.1978: Stärke: 0/6/12 = 18 PVB.

 

15.02. - 22.02.1978: Stärke: 1/28/62 = 91 PVB.

 

15.03. - 22.03.1978: Stärke: 1/24/44 = 69 PVB.

 

26.04. - 03.05.1978: Stärke: 1/25/42 = 68 PVB.

 

10.05. - 17.05.1978: Stärke: 0/0/10 = 10 PVB.

 

07.06. - 14.06.1978: Stärke: 1/19/48 = 68 PVB.

 

02.08. - 08.08.1978: Stärke: 1/7/29 = 37 PVB.

 

30.08. - 06.09.1978: Stärke: 0/10/21 = 31 PVB.

 

13.09. - 20.09.1978: Stärke: 1/28/45 = 74 PVB.

 

25.10. - 01.11.1978: Stärke: 1/10/53 = 64 PVB.

 

20.11. - 27.11.1978: Stärke: 1/12/57 = 70 PVB.

Flughafen Düsseldorf:

07.08. - 14.08.1974: Stärke: 2/11/41 = 53 PVB.

 

14.08. - 21.08.1974: Stärke: 1/12/43 = 56 PVB.

 

04.09. - 11.09.1974: Stärke: 1/8/33 = 42 PVB.

 

25.09. - 02.10.1974: Stärke: 0/1/15 = 16 PVB.

 

28.12.1977 - 11.01.1978: Stärke: 1/7/33 = 41 PVB.

Flughafen Frankfurt/Main:

01.02. - 08.02.1978: Stärke: 1/7/24 = 32 PVB.

 

1.03. - 08.03.1978: Stärke: 1/7/24 = 32 PVB.

 

29.03. - 05.04.1978: Stärke: 0/7/25 = 32 PVB.

 

05.07. - 12.07.1978: Stärke: 0/4/8 = 12 PVB.

 

16.08. - 23.08.1978: Stärke: 0/4/8 = 12 PVB.

 

14.11. - 30.11.1978: Stärke: 0/9/8 = 17 PVB.

Schutz der Arbeiten an der Endlagerstätte für Atommüll in Gorleben

26.02.1979 - 08.02.1991:

Gestellung von zwei Dienstschichten von je 6 PVB im Wechsel mit anderen Abteilungen des GSK Nord; Schichtdauer: 14 Tage. Zu Beginn der Bauarbeiten stellten die Abteilungen die Einsatzführungsgruppen unter Einsatz der Aufklärungszüge bei Unterbringung im Standort Uelzen.

Einsatz von Einheiten und Teileinheiten zur Unterstützung des Grenzschutzeinzeldienstes bei der Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs

Zeit

Unterstützendes GS-Amt/GSST

Eingesetzte Kräfte

18.03.-19.03.1977

Helmstedt/BAB

0/4/5 = 9 PVB

23.09.-24.09.1977

Helmstedt/BAB

0/2/5 = 7 PVB

07.09.-22.12.1977

Kleve (Schleyer-Einsatz)

0/2/13 = 15 PVB

27.09.-05.10.1977

Kleve (Schleyer-Einsatz)

0/5/36 = 41 PVB

07.10.-08.10.1977

Helmstedt/BAB

0/4/26 = 30 PVB

18.01.-25.01.1978

Helmstedt/BAB

1/28/61 = 90 PVB

10.05.-19.05.1978

Helmstedt/BAB

0/7/21 = 28 PVB

17.03.1979

Helmstedt/BAB

0/1/6 = 7 PVB

08.09.-03.10.1980

Frankfurt/Flughafen

0/6/16 = 22 PVB

27.02.-28.02.1981

Lauenburg

3/41/80 = 124 PVB

31.07.-07.08.1981

Wolfsburg/Bhf. mit 16 Dienstschichten zu je:

0/2/7 = insgesamt 144 PVB

25.09.1981

Elten/BAB

1/4/23 = 28 PVB

16.04.-17.08.1982

Helmstedt/BAB

0/3/5 = 8 PVB

10.06.1982

Helmstedt/BAB

4/21/60 = 85 PVB

17.07.1982

Helmstedt/BAB

1/7/10 = 18 PVB

01.10.-03.10.1982

Kleve

1/6/24 = 31 PVB

02.11.-28.11.1982

Aachen/Kleve

1/15/22 = 9 PVB

06.09.-16.09.1984

Kleve

0/6/12 = 18 PVB

01.10.1984

Helmstedt/Bhf.

0/2/7 = 9 PVB

10.12.1984-21.01.1985

Helmstedt/Bhf.

0/2/7 = 9 PVB

07.01.-10.01.1985

Kleve

0/7/13 = 20 PVB

07.01.-10.01.1985

Kleve

1/4/25 = 30 PVB

21.03.-02.04.1985

Emden

1/12/18 = 31 PVB

25.04.-09.05.1985

Kleve

1/7/22 = 30 PVB

09.05.-20.05.1985

Helmstedt/Bhf.

0/4/16 = 20 PVB

03.06.-10.06.1985

Helmstedt/Bhf.

0/4/16 = 20 PVB

17.06.-24.06.1985

Helmstedt/Bhf.

0/4/16 = 20 PVB

16.07.-06.08.1985

Kleve

0/7/21 = 28 PVB

17.09.-30.09.1985

Kleve

1/3/12 = 16 PVB

01.10.-29.10.1985

Kleve

1/7/23 = 31 PVB

19.11.-10.12.1985

Kleve

2/3/26 = 31 PVB

27.05.-18.06.1986

Helmstedt/BAB

1/4/26 = 31 PVB

16.07.-29.07.1986

Helmstedt/BAB

1/6/24 = 31 PVB

19.08.-09.09.1986

Helmstedt/BAB

1/6/24 = 31 PVB

01.10.-03.1.1986

Helmstedt/BAB

1/7/22 = 30 PVB

13.05.-21.05.1986

Emden

1/4/26 = 31 PVB

20.08.-27.08.1986

Aachen

0/2/7 = 9 PVB

05.11.-08.11.1986

Aachen/Kleve

1/5/28 = 34 PVB

18.01.-19.01.1987

Kleve

0/5/22 = 27 PVB

12.03.1987, 18.03.1987, 25.03.1987 und 21.05.1987

Aachen/Kleve

eingesetzt je Tag = 30 PVB

11.06.-12.06.1987

Helmstedt/BAB

30 PVB

29.06.-13.07.1987

Kleve/Emden

30 PVB

10.06.-19.06.1988

Kleve

1/7/22 = 30 PVB

23.08.1988, 26.08.1988 und 29.08.1988

Emden/Kleve

eingesetzt je Tag = 30 PVB

31.08.-02.09.1988

Kleve

1/7/22 = 30 PVB

31.08.-05.09.1988

Kleve

0/2/2 = 4 PVB

20.09.1988

Kleve

0/4/14 = 18 PVB

05.09.-09.09.1988

Kleve

0/2/7 = 9 PVB

13.09.-30.09.1988

Helmstedt/BAB

1/4/15 = 20 PVB

12.01.-13.01.1989

Kleve

1/7/22 = 30 PVB

21.01.1989

Kleve

0/1/7 = 8 PVB

05.06.-16.06.1989

Kleve

1/4/25 = 30 PVB

16.06.-22.06.1989

Kleve

0/8/22 = 30 PVB

18.07.-21.07.1989

Kleve

1/7/22 = 30 PVB

26.09.-28.09.1989

Kleve

1/7/22 = 30 PVB

28.10.-17.11.1989

Kleve/Aachen

1/7/22 = 30 PVB

06.12.-13..1989

Kleve/Aachen

1/7/22 = 30 PVB

27.12.1989-05.01.1990

Kleve/Aachen

1/6/23 = 30 PVB

05.06.-11.06.1990

Kleve

1/7/22 = 30 PVB

16.01.-04.02.1991

Aachen

Zwei E-Züge = 60 PVB

04.02.-26.02.1991

Kleve

Drei E-Züge = 90 PVB

26.02.-07.03.1991

Kleve

Zwei E-Züge = 60 PVB

13.03.-26.03.1991

GSST Flughafen Düsseldorf

Ein E-Zug = 21 PVB (ohne 1 Gruppe)

26.03.-07.05.1991

GSST Flughafen Düsseldorf

Ein E-Zug = 30 PVB

20.04.-21.04.1991

Frankfurt/Oder, Einsatz anl. der Kundgebungen "Hitler-Geburtstag"

Ein E-Zug = 30 PVB

28.05.-07.06.1991

Kleve; Observationsmaßnahmen

10 PVB

28.05.-07.06.1991

Kleve; Observationsmaßnahmen

8 PVB

05.08.-14.08.1991

GS-Amt Frankfurt/Oder: Einsatz zur verstärkten Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs an der deutsch-polnischen Grenze ->hier: illegale Einreise von asylsuchenden Ausländern

6 PVB

14.08.-18.08.1991

GS-Amt Frankfurt/Oder: Einsatz zur verstärkten Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs an der deutsch-polnischen Grenze ->hier: illegale Einreise von asylsuchenden Ausländern

4 PVB

14.08.-28.08.1991

GS-Amt Frankfurt/Oder: Einsatz zur verstärkten Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs an der deutsch-polnischen Grenze ->hier: illegale Einreise von asylsuchenden Ausländern

2 PVB

28.08.-05.09.1991

GS-Amt Frankfurt/Oder: Einsatz zur verstärkten Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs an der deutsch-polnischen Grenze ->hier: illegale Einreise von asylsuchenden Ausländern

6 PVB

20.08.-03.09.1991

GS-Amt Frankfurt/Oder: Einsatz zur verstärkten Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs an der deutsch-polnischen Grenze ->hier: illegale Einreise von asylsuchenden Ausländern

Eine E-Hu.

05.08.-09.08.1991

GS-Amt Frankfurt/Oder: Einsatz zur verstärkten Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs an der deutsch-polnischen Grenze ->hier: illegale Einreise von asylsuchenden Ausländern

2 PVB

01.09.-05.09.1991

GS-Amt Frankfurt/Oder: Einsatz zur verstärkten Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs an der deutsch-polnischen Grenze ->hier: illegale Einreise von asylsuchenden Ausländern

6 PVB

10.09.-06.11.1991

GS-Amt Frankfurt/Oder: Einsatz zur verstärkten Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs an der deutsch-polnischen Grenze ->hier: illegale Einreise von asylsuchenden Ausländern

3 PVB

29.10.-12.11.1991

GS-Amt Frankfurt/Oder: Einsatz zur verstärkten Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs an der deutsch-polnischen Grenze ->hier: illegale Einreise von asylsuchenden Ausländern

Eine E-Hu.

06.11.-20.11.1991

GS-Amt Frankfurt/Oder: Einsatz zur verstärkten Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs an der deutsch-polnischen Grenze ->hier: illegale Einreise von asylsuchenden Ausländern

5 PVB

20.11.-18.12.1991

GS-Amt Frankfurt/Oder: Einsatz zur verstärkten Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs an der deutsch-polnischen Grenze ->hier: illegale Einreise von asylsuchenden Ausländern

3 PVB

18.12.-28.12.1991

GS-Amt Frankfurt/Oder: Einsatz zur verstärkten Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs an der deutsch-polnischen Grenze ->hier: illegale Einreise von asylsuchenden Ausländern

5 PVB

28.12.-31.21.1991

GS-Amt Frankfurt/Oder: Einsatz zur verstärkten Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs an der deutsch-polnischen Grenze ->hier: illegale Einreise von asylsuchenden Ausländern

3 PVB

Teilnahme an Übungen (größerer Art)

14.03.-17.03.1961

Fernmelde- und Beobachtungsübung "Eule"

09.10.-11.10.1963

Herbstübung "Tanne"

06.03.-12.09.1965

Herbstübung "Schleswig-Holstein" mit der gesamten Abteilung

18.10.-22.10.1966

Übung "Fallex 66" mit 70 PVB

23.10.-27.10.1967

Herbstübung "Schleswig-Holstein 67" mit 260 PVB

16.09.-19.09.1969

Herbstübung "Ahorn"

08.09.-10.09.1970

Kommandoübung "Steinpilz"

14.09.-16.09.1971

Kommandoübung "Heckenrose"

06.10.-08.10.1981

Kommandoübung "Nordheide" mit 225 PVB

12.10.-15.10.1982

Kommandoübung "Porta" mit 123 PVB

08.11.-11.11.1983

Kommandoübung "Hubertusjagd" mit 295 PVB

27.06.-29.06.1984

Stabs-Rahmenübung "Wildwechsel" mit 98 PVB

28.11.-30.11.1988

Stabs- und Fernmelderahmenübung "Rösselsprung" mit 77 PVB

Sonstiges - Öffentlichkeitsarbeit

11.06.1961

Tag der offenen Tür aus Anlass des 10-jährigen Bestehens des BGS mit Großem Zapfenstreich auf dem Sportgelände "Zur Bleiche"

09.11.1969

Tag der offenen Tür aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der Abteilung Gifhorn

15.11.1974

Wohltätigkeitskonzert aus Anlass des 15-jährigen Bestehens der Abteilung Gifhorn

25.04.1976

Tag der offenen Tür aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des BGS

16.11.1979

Empfang der Abteilung aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Abteilung in Gifhorn

29.09.1984

Tag der offenen Tür aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Abteilung in Gifhorn

14.10.1989

Tag der offenen Tür aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Abteilung in Gifhorn mit Übergabe der "Truppenfahne" durch die Stadt Gifhorn an den Bundesgrenzschutz Gifhorn als äußeres Zeichen der Verbundenheit

13.10.1960

Bundesinnenminister Schröder mit dem Inspekteur des BGS, General Andersen

16.05.1963

Bundesinnenminister Höcherl mit dem Inspekteur des BGS, General Müller

21.05.1967

Bundeskanzler Kiesinger besucht die innerdeutsche Grenze bei Hötensleben und am Fährturm

13.06.1967

Bundesinnenminister Benda

07.03.1974

Bundesinnenminister Genscher

21.08.1975

Bundesinnenminister Maihofer

02.11.1986

Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen Heinrich Windelen zu Besuch im Grenzraum der Abteilung

15.07.1986

Bundeskanzler Helmut Kohl mit Bundesinnenminister Zimmermann und Inspekteur im BGS Schug

24.03.1988

Bundesministerin Dr. Dr. Wilms zu Besuch im Grenzraum der Abteilung

Bilder von Besuchen

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(v.l.n.r.: Abt.Kdr. PD Hohmann, BMI Zimmermann, Bundeskanzler Dr. Kohl, Inspekteur im BGS Schug, Kommando-Kdr. Oelschläger, im Hintergrund: Ministerialdirektor im BMI Schreiber, Bürgermeister der Stadt Gifhorn Kuhlmann und Kanzlerberater Ost)

Brand in der Abteilungsbekleidungskammer

Am 06.02.1962 brach in der Bekleidungskammer der Abteilung ein Brand aus, der durch Schweißarbeiten ausgelöst wurde. Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke im Wert von ca. 250.000,-DM wurden vernichtet.

Das Gebäude wurde am 30.11.1962 wieder bezogen.

Abgabe einer Hundertschaft

Abgabe einer kompletten Hundertschaft zum Aufbau der Grenzschutzabteilung Uelzen. Am 25.09.1963 hatte Gifhorn die komplette 11. Hundertschaft zum Aufbau der Uelzener Abteilung abzugeben.

PVB in der Auslandsverwendung

-> Im Jahre 1981 wurden zwei PVB als Ausbildungsgehilfen in Saudi-Arabien eingesetzt.

-> Einsatz von Kräften beim Auswärtigen Amt: Fortlaufender Einsatz gem. Abordnungsverfügung GSK Nord in den deutschen Botschaften aller Länder.

-> Einsatz von Kräften zur Sicherung des Luftverkehrs bei der DLH sowie Einsatz auf Stationen der DLH im Ausland: Fortlaufender Einsatz von Einzelbeamten gem. Abordnungsverfügung GSK Nord.

-> Einsatz eines Beamten der GSA Nord 3 in der "Blauhelm-Truppe" der UNO in Namibia im Jahre 1989.

-> Einsatz eines Beamten zur Ausbildungs- und Aufbauhilfe in Tansania, Afrika, zum Aufbau eines Funknetzes im Jahre 1990 und 1991.

Einführung eines verbandsabzeichens bei GSA Nord 3

Im Jahre 1990 führte die Grenzschutzabteilung Nord 3 ein eigenes Verbandsabzeichen ein.

Das Feld ist diagonal von oben rechts nach unten links geteilt; zeigt im rechten Feld den Bundesadler auf gelbem Grund (zgl. die Farbe des GSK Nord) und im linken Feld auf blauem Grund den Gifhorner Löwen auf einem Horn stehend.

TEIL II

  • Zum Geleit ------ Tagesbefehl des Altbundeskanzlers Konrad Adenauer ------ Seite 9

  • Vorwort ------ durch den ersten Abteilungskommandeur der Gifhorner Abteilung Karl-Heinrich Markhoff ------ Seite 11

  • Prolog ------ durch den jetzigen Abteilungsführer der Gifhorner Abteilung Willi Saatkamp ------ Seite 13

  • Teil I ------ Personen, Daten und wesentliche Einsätze ------ Seite 15

  • Teil II ------ Entstehung, Entwicklung und Ereignisse ------ Seite 59

  • Teil III ------ Archivarisches, Anekdotisches ------ Seite 153

  • Schlusswort/Ausblick durch den Verfasser------ Seite 193

Die Geschichte der Gifhorner Grenzschutzabteilung

Die Geburtsstätte der Gifhorner Abteilung ist der kleine Ort Neutramm bei Dannenberg an der Elbe.

Nach der Option im Jahre 1956, als gut die Hälfte aller BGS Beamten zu Bundeswehr überwechselten, hatte der BGS Jahre zu kämpfen, um die gebliebenen Abteilungen wieder aufzufüllen, ja, gar neue Abteilungen wieder aufzustellen.

Gleichzeitig mit der Option im Juli des Jahres 1956 gab auch der BGS eine Anzahl seiner Unterkünfte an die Bundeswehr ab. Zur Erfüllung seiner gesetzlichen Aufgabe, die Sicherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Grenzgebiet, war der BMI gefordert, neue Unterkünfte zu planen und zu bauen.

Kriterien zur Auswahl der neuen Standorte waren:

-> Entfernungen zur Demarkationslinie

-> taktische Einfügung in die Kette der Grenzschutzstandorte längs der Demarkationslinie

-> stand nach dem "Zirkelschlag" auf der Landkarte ein geeignetes Gelände zu Verfügung? (Anbindung an eine Kommune mit entsprechenden wirtschaftlicher Einrichtungen/kulturellen Gegebenheiten)

-> ist der Kaufpreis akzeptabel?

-> Sind bei den Grundstücksverhandlungen große Schwierigkeiten zu erwarten?

-> Wie ist das kommunale Entgegenkommen?

All diese Punkte konnten bei der Auswahl, Gifhorn als neuen Standort zu nehmen, positiv betrachtet werden. Denn nach Bewertung der taktischen Seite durch das BMI stand von Beginn an das kommunale Entgegenkommen aller Parteien in Gifhorn. Die Verhandlungen über den Ankauf des Geländes verliefen problemlos, der Kaufpreis von 0,85 DM /qm war recht günstig.

Mit den Bauarbeiten konnte schon im Juni des Jahres 1958 auf dem "Hohen Felde" westlich von Gifhorn begonnen werden; Richtfest wurde am 28.8.1959 gefeiert.

Die Gifhorner Unterkunft war die erste neue Unterkunft, die aus der neuen Planungsphase (nach 1956) am 16. November 1959, um 12:15 Uhr, ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Der Kommandeur des Grenzschutzkommandos Nord, Brigadegeneral im BGS Müller, öffnete das Tor zu neuen Unterkunft mit den Worten:

"Die Abteilung möge ein Bollwerk gegen Gewalt, ein Hort des Friedens, ein Symbol für Freiheit des Geistes und für die freiheitliche Ordnung in der Bundesrepublik sein"

Bilder von Besuchen

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Mit dem Baubeginn der Unterkunft begann man, die Aufstellung der neuen Abteilung zu planen. Als vorläufige Unterkunft wurde am 1. März 1959 die ehemalige Munitionsniederlage bei Neutramm zugewiesen, mit der Aufstellung der Abteilung wurde vom GSK Nord Major im BGS Markhoff beauftragt.

Da die neue Abteilung der Grenzschutzgruppe 6 unterstellt wurde, erhielt sie die Bezeichnung III./GSG 6, war also die 3. Abteilung (neben Lüneburg I/6) und Bodenteich (II/6) in der Gruppe 6. Das Rahmenpersonal kam aus allen Standorten des GSK Nord, die die Option im Jahre 1956 überlebt hatten. Aus Braunschweig, wohin 1956 die im BGS verbliebenen Reste der ehemaligen III/5 (aus Evershorst) versetzt worden waren, kam naturgemäß ein wesentlicher Teil, zumal sich Major Markhoff für die Abgabe der ihm bekannten Unterführer (aus der Zeit als Hundertschaftsführer bei der 12./GSG 5) in etlichen Fällen persönlich einsetzte.

Der Abteilungsstab, die 9. und 10. Hundertschaft waren bald aufgestellt, die Stabshundertschaft stand als Rahmeneinheit im Sommer des Jahres.

Am 16. November 1959 war es dann soweit die Abteilung zog bei regnerischem Wetter unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in den neuen Standort ein. Noch im selben Monat wurde das Rahmenpersonal für die 11. Hundertschaft zusammengezogen

Die Unterkunft selbst war am Tage des Einmarsches noch eine einzige Baustelle. Fertig gestellt waren lediglich die Gebäude der Hundertschaften, dass Stabsgebäude, das Lehrsaalgebäude (Fachschule), die Krankenabteilung sowie das Wirtschaftsgebäude zur Hälfte.

Im Oktober 1960 waren dann die Sportanlagen sowie das Tanklager fertig gestellt. Die Kfz-Hallen sowie der die Dienstwohnungen für die Innendienstleiter (Spieße) waren im Bau, das Kammergebäude schloss sich an.

Kurz nach Fertigstellung des Kammergebäudes brach im Bekleidungslager der Kammer ein Brand aus (hervorgerufen durch Schweißarbeiten). Vernichtet wurden Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke im Wert von etwa 250.000 DM. Das Gebäude wurde am 30.11.1962 wieder bezogen.

Erst im 3. Bauabschnitt wurden die restlichen Gebäude erstellt. Der Kleinkaliber-Schießstand wurde am 28.02.1963 in Betrieb genommen, die Sporthalle wurde am 07.01.1964 zur Benutzung freigegeben.

Das Werkstattgebäude zur Instandsetzung der Kraftfahrzeuge und Waffen wurde noch im Jahre 1964 seiner Bestimmung übergeben.

Zwischenzeitlich wurde bei Wesendorf im Kreis Gifhorn ein Schießstand errichtet, dieser wurde November 1962 übernommen. Bis zur Fertigstellung dieses Schießstandes schoss die Abteilung auf dem Schießstand bei Neuhaus oder nutzte den Schießstand der Braunschweiger Abteilung bei Riddagshausen.

Das Gelände der Grenzschutzunterkunft Gifhorn hatte bei Übernahme eine Größe von 23,45 ha. Im Juli 1960 wurde es durch Zukauf um 10 ha erweitert.

Doch mitten in dieser Aufbau- und Festigungsphase musste die Abteilung den schmerzlichen Verlust einer Hundertschaft verkraften. Denn zwischenzeitlich wurde bei Uelzen eine Grenzschutzunterkunft gebaut, die Abteilung hatte im September 1963 die komplette 11. Hundertschaft abzugeben.

Aus eigener Kraft wurde die Neuaufstellung dieser Hundertschaft in kürzester Zeit bewältigt.

Die Gifhorner Abteilung gehörte mit Aufstellungsbeginn zur Grenzschutzgruppe 6 (Sitz in Lüneburg).

Mit Aufstellung der Grenzschutzabteilung in Uelzen, die der Grenzschutzgruppe 6 unterstellt wurde, wurde die Gifhorner Abteilung der Grenzschutzgruppe 5 (Sitz in Goslar) unterstellt. Verbunden war damit die Umbenennung der Verbände. Die Gifhorner Abteilung nannte sich nunmehr ab 1. Februar 1963 III./GSG 5, war also neben Goslar (I./GSG 5), und Braunschweig (II./GSG 5) die dritte Abteilung der Grenzschutzgruppe 5.

Schon knapp vier Jahre später, am 1. Januar 1967, wurde die Abteilung umbenannt in Grenzschutzabteilung IV/6; abgekürzt IV./GSG 6.

Was war geschehen? Mit Wirkung vom 1. Januar 1967 wurde die Grenzschutzabteilung Duderstadt (als II./GSG 4 dem GSK Mitte zugehörig) dem Grenzschutzkommando Nord angegliedert und der Grenzschutzgruppe 5, Goslar, unterstellt.

Die Grenzschutzabteilung in Duderstadt führte ab sofort die Bezeichnung III./GSG 5. Die Gifhorner Abteilung wurde mit gleichem Zeitpunkt wieder der Grenzschutzgruppe 6 (zwischenzeitlich mit Sitz in Uelzen) unterstellt und wurde in IV./GSG 6 umbenannt. Also die 4. Abteilung (neben Lüneburg -> I./GSG 6, Bodenteich -> II./GSG 6 und Uelzen -> III./GSG 6) in der Grenzschutz Gruppe 6.

Verbunden mit dieser Umbenennung war auch die Neubezeichnung der Hundertschaften in Gifhorn, denn als 4. Abteilung führten die Hundertschaften nunmehr die Bezeichnung 13., 14., 15. Und 16. Hundertschaft.

Im Jahre 1981 führte der Bundesminister des Inneren eine neue Bezeichnung der Verbände und Einheiten des BGS durch.

Die Verbände in den Grenzschutzkommandos wurden von Nord nach Süd durchnummeriert. Die Grenzschutzabteilung in Gifhorn erhielt als 3. Einsatzabteilung (da zwischenzeitlich die Abteilung in Bodenteich neben Walsrode als Ausbildungsabteilung ausgeworfen wurde) die Bezeichnung Grenzschutzabteilung Nord 3.

Die Hundertschaften in allen Abteilung führten von nun an die Bezeichnung 1., 2., 3. bzw. 4. Hundertschaft.

Übergabe der GSA III/5 als GSA IV/6 an die Grenzschutzgruppe 6 am 18.01.1967

Übergabe der GSA III/5 als GSA IV/6 an die Grenzschutzgruppe 6 am 18.01.1967

Im Vordergrund von links nach rechts: Kommando-Kommandeur Brigadegeneral i. BGS TÄUBRICH im Gespräch mit den Gruppenkommandeuren Oberst i. BGS PANTENIUS und Oberstleutnant i. BGS MITTELBACH. Dabei Abt.-Kommandeur Oberstleutnant i. BGS MARKHOFF.

...die Offiziere der Abteilung dazu im "Halbkreis" angetreten!

Wie schon eingangs erwähnt, wurde Major im BGS Karl-Heinrich Markhoff im Jahre 1959 mit dem Aufbau und der Führung der heutigen Abteilung beauftragt. Einen Monat nach Aufstellungsbeginn, am 1.4.1959, hatte der Stamm schon eine Stärke von

-> 5 Offizieren

-> 35 Unterführern und

-> 47 Grenzjägern.

Bereits am 15. 04.1959 wurden 139 Grenzjäger eingestellt, die bei der 9. und 10. Hundertschaft ihre Ausbildung erhielten. Weitere Beamte kamen aus anderen Abteilungen, unter anderem aus der Ausbildungsabteilung des GSK Nord Walsrode (GSA A Nord).

Schon am 31. 10.1959 hatte die Abteilung eine Stärke von 400 Beamten (11 Offiziere, 71 Unterführer, 318 Grenzjäger).

Die Verlegung in den neuen Standort Gifhorn erforderte große Vorbereitungen. Bereits am 20.10.1959 verlegte die 12. Hundertschaft als Rahmeneinheit (die Spezialzüge wurden erst in den Folgejahren aufgefüllt) unter Führung von Hauptmann im BGS Falk als Vorkommando mit 72 Beamten nach Gifhorn.

Am 14.11.1959 folgte dann der Stab mit der 9. Und 10. Hundertschaft (siehe hierzu auch die Befehle im Teil III).

Mit der Aufstellung der 11. Hundertschaft begann man zwischenzeitlich in Gifhorn. Am 02.11.1959 wurde das Gros des Rahmenpersonals in Gifhorn zusammengezogen, die ersten Dienstanfänger in Gifhorn wurden am 03.10.1960 eingestellt. Als Hundertschaftsführer wurde Oberleutnant im BGS Meunier eingesetzt.

Anlässlich der Vereidigung dieser Dienstanfänger sagte der Abteilungskommandeur, Major im BGS Markhoff, in seiner Ansprache unter anderem:

"Der Dienst des Beamten im BGS sei kein Job, sondern binde ein festes Treueverhältnis zum Staat. Wer dazu bereit sei, verpflichte sich bei Gott durch einen Eid."

Nach der offiziellen Übernahme der Grenzschutzunterkunft Gifhorn von der staatlichen Bauleitung – die Schlüsselübergabe erfolgte am 16.11.1959 gegen 12.1 5:00 Uhr unter Aufstellung der 12. Hundertschaft – erfolgte der Einmarsch in Gifhorn unter den Klängen des Musikchors des GSK-Nord sowie des Spielmannszuges der I./GSG 5 unter Führung des Abteilungskommandeurs Major im BGS Markhoff.

Die ärztliche Versorgung der Beamten in der Abteilung übernahm Stabsarzt im BGS Dr. med. Andreas Löffler. Ihm zur Seite stand als Vertragsarzt Dr. med. Gragert aus Gifhorn.

Mit der Leitung der Verwaltungsstelle III./6 in Gifhorn (untergebracht im Erdgeschoss des Stabsgebäudes) wurde zunächst Regierungsoberinspektor Willi Kaiser beauftragt.

Über einen stellvertretenden Abteilungskommandeur verfügte die Abteilung damals noch nicht. Erst ab dem 12.10.1962 wurde Major im BGS Egon Schug vom Stab GSK Nord zur Gifhorner Abteilung abgeordnet. Er blieb ein gutes Vierteljahr, da wurde die Abordnung wieder aufgehoben (am 04.02.1963).

Zwei Jahre später, am 01.03.1965, wurde dem Abteilungskommandeur wieder ein Stellvertreter zur Unterstützung beigegeben. Major im BGS Thelen wurde vom Stab GSK Nord zugeordnet, aber auch diese Unterstützung dauerte nur ein gutes halbes Jahr, denn am 22.09.1965 wurde auch diese Abordnung wieder aufgehoben.

Bis zum Wechsel des Abteilungskommandeurs im Jahre 1969 (am 01.04.1969) musste der zwischenzeitlich zum Oberstleutnant im BGS beförderte Abteilungskommandeur Markhoff die Abteilung also überwiegend ohne einen Stellvertreter führen.

Oberstleutnant im BGS Markhoff wurde nach dem Weggang als Referent in das Bundesinnenministerium versetzt und dort zum Oberst im BGS befördert. Nach der Verwendung in Bonn wurde er als Kommandeur der Grenzschutzgruppe 6 in den Standort Uelzen versetzt, wo er bis 1980, seinem Eintritt in den Ruhestand, wirkte.

Als Nachfolger wurde am 01.04.1969 Major im BGS Mally mit der Führung der Abteilung beauftragt. Ihm beigegeben wurde als stellvertretender Abteilungskommandeur Major im BGS Strecker.

Nach fünfjähriger Tätigkeit verließ Major im BGS Mally (zwischenzeitlich zum Oberstleutnant im BGS befördert) am 30.04.1974 die Abteilung, wurde zum Stab des GSK Nord versetzt, stieg in der Funktion zum Chef des Stabes auf und wurde mit der Amtsbezeichnung Leitender Polizeidirektor in den Ruhestand versetzt.

Sein Vertreter, Major im BGS Strecker, verließ die Abteilung am 28.02.1976 nach fast siebenjähriger Zugehörigkeit zum Abteilungsstab, wurde in das Bundesinnenministerium versetzt und übernahm später als Kommandeur die Führung des Grenzschutzkommandos Süd.

Am 01.05.1974 wurde als neuer Abteilungskommandeur Oberstleutnant im BGS Schubarth-Engelschall mit der Abteilungsführung beauftragt. Er führte die Abteilung über elf Jahre, erlebte in dieser Zeit die Inkraftsetzung des Personalstrukturgesetzes 1976 und wurde am 31.07.1985 mit der Amtsbezeichnung eines Polizeidirektors im BGS in den Ruhestand versetzt.

Dem Oberstleutnant Schubarth-Engelschall standen als stellvertretende Kommandeure zur Seite:

-> Major im BGS Strecker bis zum 28.02.1976,

-> Polizeirat im BGS Werum vom 01.10.76-21.01.77,

-> Polizeirat im BGS Doll vom 01.07.78-28.02.79,

-> Polizeirat im BGS Schedler vom 01.07.79-31.07.82 (mit zwischenzeitlicher Abordnung),

-> Polizeioberrat im BGS Pusch vom 13.08.79-25.03.80,

-> Polizeirat im BGS Popp vom 03.07.82-31.12.86.

Als Nachfolger für den in den Ruhestand versetzten Abteilungskommandeur übernahm Polizeioberrat im BGS Günter Hohmann am 02.07.1985 die Abteilungsführung. Zwischenzeitlich zum Polizeidirektor im BGS ernannt, wechselte PD Hohmann am 18.08.1988 zum Stab des Grenzschutzkommandos Nord nach Hannover und übernahm dort den Stabsbereich "Personalwesen".

Sein Nachfolger wurde am 19.08.1988 der vom GSK West kommende Polizeioberrat im BGS Hubertus Koch.

In dieser Zeit waren als stellvertretender Abteilungskommandeure eingesetzt:

Polizeirat im BGS Schulz vom 01.07.87 bis 31.10.88

Polizeirat im BGS Saatskamp vom 23.11.89 bis dato.

Für die Gesundheit der Beamten sorgte bis zum Tag seiner Pensionierung (am 31.12.1981) Dr. med. Döffler, zwischenzeitlich zum Medizinaldirektor ernannt.

Ein Nachfolger konnte nicht gefunden werden, so leistete ein junger Arzt seinen Wehrdienst beim Bundesgrenzschutz ab.

Dr. med. Siewertsen wurde mit der Amtsbezeichnung "Medizinalrat der Reserve" in den BGS am 02.11.1981 eingestellt und war bis zum 31.01.1983 tätig.

Zwischenzeitlich wechselte Medizinaldirektor Groth in den Bereich des GSK-Nord über und übernahm die Versorgung der Beamten in der Abteilung in der Zeit vom 01.01.83 bis 30.04.1984.

Fast eineinhalb Jahre war die Abteilung dann ohne einen beamteten Arzt. Die Versorgung übernahm der Vertragsarzt aus Gifhorn Dr. med. Lücking.

Erst am 1. April 1986 hatte die Abteilung mit der Einstellung des Dr. med. Marzock wieder einen eigenen Arzt.

Als neuer Vertragsarzt konnte nach dem Tod von Dr. med. Lücking der Gifhorner Arzt Jürgen Klemp gewonnen werden

Abt.-Kdr. PD i. BGS Schubarth-Engelschall verabschiedet im Dezember 1981 Dr. med. Löffler in den wohlverdienten Ruhestand

Die Hundertschaftsführer in dieser Zeit hatten mit der Führung der ihnen anvertrauten jungen Leute eine große Verantwortung übernommen.

Hatten Sie zu Beginn Widerrufsbeamte mit dem Eingangsamt A1 mit einer achtjährigen Dienstzeit (Verlängerung bis auf zwölf Jahre war möglich), so mussten sie zwischenzeitlich wegen fehlender freiwilliger mit Wehrpflichtigen die ihnen gestellten Aufgaben erfüllen. Ab dem 18.02.1972 nach dem neuen BGS Gesetz.

Die ersten 96 GS – Dienstleistenden für die GSA Nord 3 wurden durch die Kreiswehrersatzämter im April des Jahres 1970 gezogen.

Mit der letzten Einstellung im Oktober 1973 leisteten 513 junge Männer ihre Wehrpflicht bei der GSA Nord 3 ab.

Mit dem Personalstrukturgesetz vom 01.07.1976 erhielt der BGS strukturelle Veränderungen bezüglich Besoldung und Amtsbezeichnungen, die den Länderpolizeien entsprachen bzw. entlehnt waren.

Als Hundertschaftsführer waren in den letzten 30 Jahren eingesetzt

Bei der 1. Hu (ehemals 9. bzw. 13. Hu)

Hauptmann im BGS Freiherr Quadt

ab dem 01.03.1959 bis 30.05.1964

Hauptmann im BGS Hanstein

ab dem 01.06.1964 bis 14.11.1967

Hauptmann im BGS Teuchert

ab dem 15.11.1967 bis 31.07.1971

Hauptmann im BGS Wendl

ab dem 01.08.1971 bis 02.09.1979

Hauptkommissar im BGS Runge

ab dem 03.09.1979 bis -

Bei der 2. Hu (ehemals 10. bzw. 14. Hu)

Leutnant im BGS Degner

ab dem 02.03.1959 bis 30.04.1964

Oberleutnant im BGS Fastenrath

ab dem 07.10.1964 bis 31.07.1965

Hauptmann im BGS Buwitt

ab dem 07.07.1965 bis 15.01.1969

Hauptmann im BGS Heinen

ab dem 16.01.1969 bis 02.07.1976

Hauptmann im BGS Bischoff

ab dem 03.07.1976 bis 31.08.1980

Hauptkommissar im BGS Bendlin

ab dem 01.09.1980 bis 30.09.1989

Hauptkommissar im BGS Barwig

ab dem 01.10.1989 bis -

Bei der 3. Hu (ehemals 11. bzw. 15. Hu)

Oberleutnant im BGS Meunier

ab dem 27.10.1959 bis 31.03.1969

Oberleutnant im BGS Achenbach

ab dem 25.04.1963 bis 30.04.1964

Hauptmann im BGS Degner

ab dem 01.05.1964 bis 31.05.1964

Hauptmann im BGS Kunze

ab dem 01.06.1964 bis 31.12.1965

Hauptmann im BGS Werner

ab dem 01.01.1966 bis 31.01.1967

Hauptmann im BGS Redemsky

ab dem 01.02.1967 bis 08.04.1973

Hauptmann im BGS Teuchert

ab dem 09.04.1973 bis 01.08.1979

Hauptkommissar im BGS Büchmann

ab dem 24.08.1979 bis 31.08.1991

Hauptkommissar im BGS Stein

ab dem 01.09.1991 bis -

Bei der 4. Hu (ehemals 12. bzw. 16. Hu)

Hauptmann im BGS Falk

ab dem 01.08.1959 bis 31.05.1964

Hauptmann im BGS Degner

ab dem 01.06.1964 bis 31.12.1965

Hauptmann im BGS Kunze

ab dem 01.06.1966 bis 30.04.1975

Hauptmann im BGS Kotzel

mit der Führung beauftragt vom 15.03.1975 bis 28.03.1976

Hauptmann im BGS Heinen

ab dem 29.03.1976 bis 30.08.1977

Hauptmann im BGS Kotzel

ab dem 31.08.1977 bis 02.08.1979

Hauptkommissar im BGS Teuchert

ab dem 03.08.1979 bis -

Den Hundertschaftsführern standen in all den Jahren qualifizierte Kräfte des mittleren Dienstes zur Seite. Die eingesetzten Zug-und Gruppenführer meisterten ihre Aufgabe hervorragend. Fingerspitzengefühl war in allen Situationen erforderlich. Die Einsatzkräfte mussten auf alle Einsatzlagen kurzfristig neu eingestellt werden. Waren diese Aufgaben, wie Flughafensicherung, Sicherung der Kernkraftanlagen, Einsatz bei Demonstrationen usw. doch "Neuland" für den BGS.

Die Länderpolizeien hatten auch Schwierigkeiten bei der Aufgabenbewältigung. Sie forderten gerne den BGS zur Unterstützung an, da der BGS "Respekt“ bei den Demonstranten einflößte. Zeitungskommentare der verschiedenen Regionen von den Flughafeneinsätzen, Einsätzen zum Schutz der Kernkraftanlagen und sonstigen Einsätzen bestätigten den Einsatzerfolg des Bundesgrenzschutzes in den verschiedenen Einsatzlagen. Die Verbandsstruktur des BGS, von vielen Gegnern immer wieder angezweifelt, verhalf dieser Organisation letztlich immer wieder zum Erfolg. Das äußere Erscheinungsbild, das geschlossene Auftreten und der einheitliche Wille waren der Garant des Erfolges.

Nicht unerheblich an diesem Erfolg waren die Innendienstleiter ("Spieße") beteiligt. Sie sorgten für einen ordnungsgemäßen Ablauf des täglichen Betriebes, waren aber auch bei Einsätzen verantwortlich für die Unterbringung und Verpflegung. Und gerade hier war ihr Können gefragt. War der BGS doch in der Unterbringungs- und Versorgungslage immer schlechter gestellt als die Länderpolizeien. Gründe sollten hier nicht erwähnt werden, denn sie greifen tief in die Struktur des BGS.

Als Innendienstleiter waren in der Gifhorner Abteilung eingesetzt

Beim Abteilungsstab (in der Zugleichfunktion)

Meister im BGS Hofmann

vom 01.03.1959 bis 09.01.1966

Hauptmeister im BGS Suckau

vom 10.01.1966 bis 29.02.1976

Polizeihauptmeister im BGS Buhnese

vom 20.11.1975 bis -

Bei der 1. Hu (ehemals 9. bzw. 13. Hu)

Hauptmeister im BGS Petersen

bis April 1970

Polizeihauptmeister im BGS Cramm

von Mai 1970 bis -

Bei der 2. Hu (ehemals 10. bzw. 14. Hu)

Polizeihauptmeister im BGS Brunswig

bis April 1978

Polizeihauptmeister im BGS Prilop

von Mai 1978 bis -

Bei der 3. Hu (ehemals 11. bzw. 15. Hu)

Meister im BGS Vietense

bis August 1961

Meister im BGS Bendlin

von September 1961 bis März 1963

Hauptwachtmeister im BGS Mocha

vom April 1963 bis April 1965

Hauptmeister im BGS Giermann

vom Mai 1965 bis August 1969

Polizeihauptmeister im BGS Völzke

vom September 1969 bis Dezember 1976

Polizeihauptmeister im BGS Koloczek

Von Januar 1977 bis -

Bei der 4. Hu (ehemals 12. bzw. 16. Hu)

Hauptmeister im BGS Elpe

bis März 1966

Hauptmeister im BGS Aust

von März 1966 bis Januar 1974

Polizeihauptmeister im BGS Bischoff

von Januar 1974 bis -

Nicht unerwähnt bleiben sollen in der Geschichte der Gifhorner Abteilung die eingesetzten Adjutanten. Waren sie doch in der Abteilungsführung der engste Mitarbeiter des Abteilungskommandeurs, ein wesentliches Bindeglied nach innen und außen, abwärts zu den Hundertschaften, aufwärts zu dem Gruppen-und Kommandostab. Bei den Behörden und Vertretern der Städte und Gemeinden (unter anderem auch im ehemaligen Grenzgebiet) hieß es Kontakte herzustellen, Verbindungen zu pflegen und Absprachen zu treffen.

Als Adjutanten waren beim Abteilungsstab eingesetzt:

Hauptmann im BGS Falk

vom 01.03.1959 bis 31.05.1959

Oberleutnant im BGS Kunze

vom 01.06.1959 bis 21.01.1963

Oberleutnant im BGS Fastenrath

vom 22.01.1963 bis 30.04.1964

Oberleutnant im BGS Buwitt

vom 01.05.1964 bis 31.07.1965

Leutnant im BGS Heinen

vom 01.08.1965 bis 15.01.1969

Oberleutnant im BGS Roßmann

vom 16.01.1969 bis 31.07.1971

Hauptmann im BGS Teuchert

vom 01.08.1971 bis 08.04.1973

Hauptmann im BGS Kotzel

vom 09.04.1973 bis 31.08.1977

Hauptmann im BGS Junkmann

vom 15.03.1975 bis 28.03.1976

Polizeioberkommissar im BGS Büchmann

vom 01.09.1977 bis 31.08.1979

Polizeioberkommissar im BGS Barwig

vom 01.09.1979 bis 30.09.1989

Polizeihauptkommissar im BGS Bendlin

vom 01.10.1989 bis -

In all den Jahren wurde die Abteilung häufig bis an die Grenze der Belastbarkeit gefordert. Neben der originären Aufgabe, den Grenzpolizeischutz der Bundesrepublik Deutschland (jetzt überwiegend an den Grenzen zu den osteuropäischen Ländern), mussten die Männer der Abteilung in vielen Einsätzen – sei es der GSOD– Einsatz (Unterstützungseinsatz einer Landespolizei) gewesen oder kamen die Beamten anlässlich von Katastrophen zum Einsatz – ihr Können zeigen.

Schon im Juni des Jahres 1959 hatte die neu aufgestellte Abteilung mit den Dienstanfängern der 9. und 10. Hundertschaft von Neutramm aus ihre erste Bewährungsprobe zu bestehen. Bei einem Großfeuer im Staatsforst Göhrde bei Dannenberg kämpften die Männer eine Woche lang gegen die Flammen. Seite an Seite mit Bundeswehrsoldaten, Forstbeamten, Feuerwehren und mit Kameraden anderer Grenzschutzabteilungen. Beinahe hätte es damals ca. 60-70 Beamten der 9. Hundertschaft "erwischt", als sie plötzlich bei ihren Löschversuchen von einem „Kronenbrand“ überrascht wurden und nur durch das beherzte Handeln des eingesetzten Führers, Leutnant im BGS Fastenrath, die letzte Möglichkeit zum Durchbruch nutzten und somit ihr Leben retteten. Das Feuer richtete einen Schaden von ca. 1 Million DM an.

Knapp drei Jahre später schon, im Februar des Jahres 1962, kam die Abteilung wiederum geschlossen zum Einsatz. Was war geschehen?

Anfang Februar des Jahres 1962 peitschten orkanartige Stürme über Norddeutschland hinweg. Die drückende See ließ zahlreiche Deiche brechen, so dass 315 Menschen den Tod fanden, ca. 20.000 Menschen obdachlos wurden und ein Schaden von ca. 800 Millionen DM entstand. Es war die schlimmste Katastrophe seit 300 Jahren (Flut Hamburg).

Unsere Abteilung war in der Zeit vom 17.02. bis 22.02.1962 mit 255 Beamten wie folgt eingesetzt:

Datum

Einheit

Auftrag

Sonstiges

17.02.1962

Der Abteilungsstab und 9. Hundertschaft

Für 9. Hundertschaft: Füllen von 5.000 Sandsäcken, Einbau der Säcke in den Deich bei Fliegenberg

 

18.02.1962

Der Abteilungsstab, 9. und 10. Hundertschaft

Für 9. Hundertschaft: Fortsetzung der Arbeiten vom Vortag. Für 10. Hundertschaft: eingesetzt bei Stelle (LK Harburg) zur Bergung von Hausrat, Mobiliar und Vieh

 

19.02.1962

Der Abteilungsstab, 9. und Teile 12. Hundertschaft

Maßnahmen vor diesem Einsatztag: alle eingesetzten Kräfte wurden gegen Typhus und Paratyphus geimpft. Für 9. Hundertschaft: Weiterhin zur Deichfestigung in Fliegenberg und Wuhlenburg eingesetzt. Für 12. Hundertschaft: trifft zur Unterstützung ein. Für 10. Hundertschaft: aus dem Bergeeinsatz bei Stelle abgezogen.

 
     

Neuer Auftrag der Abteilung: Abteilung bricht derzeitigen Einsatz ab, verlegt nach Hamburg-Wilhelmsburg, bezieht dort Quartier im evangelischen Gemeindehaus Rotenhäuser Damm und bereitet Einsatz ab dem 20.02.62 in dem Raum Rotenhäuser Straße – Jaffe-Davids-Kanal – Berliner Ufer – Rotenhäuser Damm vor.

20.02.1962

gesamte Abteilung

Bergen von Toten, Tierkadavern und KFZ

Ergebnis: 11 Tote, 3 Pferdekadaver. 796 Stück Kleinvieh, 67 PKW

21.02.1962

gesamte Abteilung

Einsatz gem. des Vortages fortgesetzt

Ergebnis: 1 Toter, 173 Stück Kleinvieh, 37 KFZ

22.02.1962

gesamte Abteilung

Abteilung ab Mittag wieder bei Stelle zur Deichbefestigung eingesetzt. U.a. wurden von den Beamten 12.000 Kartoffelsäcke mit Sand gefüllt und in den Deich eingebaut.

Um 18.00 Uhr Einsatz beendet und anschließend den Rückmarsch in den Heimatstandort angetreten (dortige Ankunft gegen 22.00 Uhr).

Die Beamten wurden anschließend mit der Gedenkmedaille des Landes Niedersachsen bzw. der Freien und Hansestadt Hamburg ausgezeichnet.

Anlass

Datum

Ort

Zur Waldbrandbekämpfung

am 08.05. und 13.05.1963

Im Staatsforst Gifhorn mit je einem Einsatzzug

 

17.03.1972

Bei Ummern im LK Gifhorn mit 38 Beamten

 

26.06.1973

Bei Ummern im LK Gifhorn mit 54 Beamten

 

vom 09.08. bis 16.08.1975

Waldbrandkatastrophe im Raum Stüde und Leiferde mit einem Einsatzzug

 

vom 26.07. bis 27.07.1983

Großwaldbrandbekämpfung im Knesebecker Forst mit 21 Beamten

Zur Moorbrandbekämpfung

21.07.1964

Raum Neudorf-Platendorf mit 74 Beamten

Sturmkatastrophe

13.11.1972

Landkreis Gifhorn mit 107 Beamten

Hochwasserbekämpfung

19.11.1974

An der Elbe im Raum Dannenberg mit 42 Beamten

Bekämpfung des Deichbruches am Elbe-Seiten-Kanal

18.07.1976

Bei Lüneburg mit 13 Beamten

Ferner wurden Beamte der Abteilung im Jahre 1960 bei der Kartoffelernte (12 PVB) und bei der Rübenernte (65 PVB) im Landkreis Gifhorn sowie im „Dürre-Jahr 1962“ im Monat September zum Einbringen der Ernte im Raum Gifhorn und Schöningen eingesetzt. BGS-Beamte waren bei den Bauern untergebracht, fuhren landwirtschaftliche Zugmaschinen und transportierten u.a. mit BGS-LKW Gerste zu den Endabnehmern wie Mühlen und Brauereien.

Grenzschutzbeamte im Schneeräum-Einsatz in den 60er-Jahren auf Anforderung der Stadt Gifhorn (hier: auf dem Schillerplatz)

Zu polizeilichen Einsätzen wurde die Abteilung in den vergangenen Jahren häufig herangezogen.

In den 60er Jahren hatte die Abteilung Kräfte zum Schutz von Bundesorganen in Bonn abzustellen. Mit der Gestellung der "Wachhundertschaft Bonn" kamen im Wechsel mit den anderen Abteilungen jeweils 121 Beamte (1/24/96) zum Einsatz. Geschützt wurden alle Objekte bis auf den Sitz des Bundespräsidenten, die "Villa Hammerschmidt". Der Schutz dieses Objektes lag bis zum 31.07.1968 in den Händen des Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen. Ab dem 01.08.1968 übernahm dann der Bundesgrenzschutz auch diese Schutzaufgaben.

Es sei noch erwähnt, dass der Bundesgrenzschutz schon im Jahre 1952 (also schon 1 Jahr nach Aufstellung des BGS) die Aufgabe übernommen hatte, die Wachen für das Bundeskanzleramt zu stellen.

Mit Aufstellung des "GSA Bonn" wurden dann nach und nach die Kräfte der Einsatzabteilungen herausgezogen. Die letzte Wachhundertschaft von den Einsatzabteilungen der Verbände stellte die Gifhorner Abteilung in der Zeit vom 12.05.1964 bis 06.10.1964 unter Führung des Oberleutnant im BGS Fastenrath. Die Hundertschaft setzte sich aus Kräften der gesamten Abteilung zusammen. Für den Innendienst war der "Spieß" Meister im BGS Brunswig verantwortlich, als Zugführer waren eingesetzt:

-> Leutnant im BGS Heinen,

-> Hauptwachtmeister im BGS Aust,

-> Hauptwachtmeister im BGS Leetz,

-> Hauptwachtmeister im BGS Kulbe.

Hinweis: Oberleutnant im BGS Fastenrath ließ sich am 03.08.1965 nach Bonn versetzen und übernahm die Aufgaben des ständigen Wach-Hundertschaftsführers.

Mit Beginn der 70er Jahre begann für den BGS der wiederkehrende Unterstützungseinsatz bei den Polizeien der Länder auf den deutschen Flughäfen. Zum Schutz des Flugverkehrs kamen Beamte der Abteilung erstmals in der Zeit vom 28.09.-01.10.1970 auf dem Flughafen Hannover zum Einsatz. Bis zum Ende des Jahres 1978 hatte die Abteilung 75 Einsätze gefahren und schützten in dieser Zeit den Flugverkehr auf den Flughäfen Hannover, Köln-Bonn, Düsseldorf und Frankfurt/Main mit insgesamt 4722 Beamten.

Mit den Studentenunruhen Mitte der 70er Jahre und den Einstieg der Bundesrepublik Deutschland in die Kernenergie begann für den Bundesgrenzschutz eine unruhige Zeit.

BGS-Kräfte wurden nahezu von allen Polizeien der Länder zur Unterstützung, wie bei der Terroristenbekämpfung (Baader-Meinhof-Bande), Schutz von Kernkraftanlagen oder aber auch zum Schutz des Besuches ausländischer Staatsgäste angefordert. Der § 9 des neuen BGS-Gesetzes aus dem Jahr 1972 machte es möglich.

Die Gifhorner Beamten wurden an fast allen Kernkraftwerken - Brokdorf bis Ohu - zum Schutz der Anlagen eingesetzt. Die Auseinandersetzungen wurden von den Atomkraftgegnern mit großer Härte geführt. So manche Blessuren mussten hingenommen werden, so manches Einsatzmittel wurde beschädigt oder gar zerstört.

Als dann in den Jahren 1978-1980 die Endlagerstätte für Atommüll in Gorleben errichtet und der Bau der Wiederaufbereitungsanlage für abgenutzte Brennstäbe in Wackersdorf im Jahre 1986 in Angriff genommen wurde (GSA Nord 3 war zur Räumung des Hüttendorfes mit der gesamten Abteilung eingesetzt), erreichte die Widerstandsbewegung gegen die Kernenergie ihren Höhepunkt. Durch autonome Gruppen, die sich unter die Kernkraftgegner mischten, wurde viel Gewalt in die Auseinandersetzungen getragen.

Neben den Einsätzen zur Unterstützung der Polizeien der Länder wurden Kräfte der Abteilung aber auch mehrfach zur Unterstützung des Grenzschutzeinzeldienstes nach § 2 BGS-Gesetz bei der Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs sowie der Terroristenfahndung eingesetzt.

Von PHM Lietzow - Bearbeiter "Sicherheit"

Zur originären Aufgabe der GSA Nord 3 zählte die polizeiliche Überwachung der ehemaligen Grenze zur DDR. Zwischen vier und acht Grenzstreifen waren, je nach aktueller Lage, rund um die Uhr im Einsatz. Mindestens zwei Hubschrauberflüge je Woche intensivierten die Überwachung.

In den letzten Jahren lag die Zuständigkeit unserer Abteilung zwischen Plastau im Norden des Landkreises Gifhorn bis Grasleben im Landkreis Helmstedt. 78,2 km Grenzlänge wurden abgedeckt. Halbiert wurde der Abschnitt durch den Mittellandkanal, der gleichzeitig Trennlinie für die beiden Zollkommissariate (Brome im Norden und Wahrstedt im Süden) war. Der GZD (Grenzzolldienst), der mit dem BGS die Überwachung der Grenze sicherstellte, wurde nach dem BGS-Gesetz eingesetzt, war uns somit fachlich unterstellt.

Zwei Grenzübergänge lagen im Abteilungsabschnitt: der bereits erwähnte Mittellandkanal bei Rühen, eine stark frequentierten Wasserstraße mit einem durchschnittlichen Schiffsaufkommen von ca. 700 im Monat. Vom "Dortmund-Ems-Kanal" im Westen, durch Hannover und Wolfsburg fließend, kreuzte er bei Magdeburg die Elbe und führte als "Elbe-Havel-Kanal" weiter nach Berlin.

Der zweite Übergang war die Eisenbahn-Interzonenstrecke Vorsfelde-Oebisfelde, die zu ca. 80 % vom Güterverkehr genutzt wurde. Auch diese Ost-West-Trasse verband die beiden Großstädte Hannover und Berlin. Mit Abfertigungsaufgaben an diesen Übergängen war unsere Abteilung nicht betraut.

Als Überwachungsschwerpunkte zählten der Raum Brome und der Bereich gegenüber der DDR-Kleinstadt Oebisfelde. Geprägt wurden die Punkte einerseits durch hohes Besucheraufkommen auf der Westseite, andererseits durch die Übergänge und die besonders massiven Grenzbefestigung auf DDR-Seite.

Exakte Besucherzahlen an der innerdeutschen Grenze gibt es zwar nicht, Beamte der Gifhorner Abteilung wiesen insgesamt etwa eine Viertelmillion Besucher (und das ist eine realistische Zahl) in die Speeranlagen der DDR und Gegebenheiten jenseits der Grenze ein. Durchschnittlich 15.000 Besucher pro Jahr waren es allein zwischen 1980 und 1990! Ein Großteil der Personen besuchte, bevor das Sperrbollwerk der DDR in Natur in Augenschein genommen wurde, den Grenzinformationsraum unserer Abteilung. Hier wurden anhand von Film- und Videovorführungen, durch Vorträge sowie Anschauungsmaterial, wie Modellnachbauten der Speeranlagen, auch Originalwaffen und Ausrüstungsgegenstände von Grenzsoldaten gezeigt.

Die Grenzsperranlagen, die sich als drohendes Bollwerk zwischen den deutschen Ost und West schoben, machten diese Grenze zur schrecklichsten und unmenschlichsten auf der ganzen Erde. Bereits ca. 5 km ostwärts der Grenze begann die 5 km Sperrzone, ein absolutes Tabugebiet für alle DDR-Bürger, die nicht im Besitz der Zutrittserlaubnis für diesen Streifen waren.

Eine Besuchergruppe wird im Grenz-Informationsraum der Abteilung in die Grenzverhältnisse und den Aufbau der Grenzsperranlagen durch PHM Lietzow an einem Modell eingewiesen.

Gezeigt wurden auch die Uniformen sowie Ausrüstungsstücke der Soldaten der Grenztruppen der DDR.

Wer sich hierin unbefugt aufhielt, machte sich von vornherein der versuchten Republikflucht strafbar und wurde auch bei Festnahme durch Grenzsoldaten, VoPo (Volkpolizisten) oder freiwilligen Helfern der Grenztruppen so behandelt…

Parallel zur Grenze, etwa 600-1000 m ostwärts zog sich der Schutzstreifenzaun entlang. Durch optische und akustische Maßnahmen an dieser Anlage war ein unerkanntes überqueren des Zaunes nahezu unmöglich. Der Bereich zwischen Schutzstreifenzaun und Metallgitterzaun oder Betonsperrmauer, die sich zwischen 10 und 50 m ostwärts der Grenze befanden, wurde von Bewuchs weitestgehend freigehalten. Ungehindertes Sichtfeld war gefordert. Beobachtungsstürme der unterschiedlichsten Bauarten, Bunker, Unterstände, Hundelaufanlagen, Lichtsperren, ein hervorragend ausgebautes Kolonnenwegenetz, der Kfz-Sperrgraben, verschiedene Signalanlagen und Sicherungsstreifen machten den Zwischenbereich beider Zaunanlagen schier unüberwindbar.

Das Abartige waren jedoch die SM 70-Selbstschussanlagen am einreihigen Metallgitterzaun oder die Minen innerhalb des zweireihigen Metallgitterzaunes. Bis zur Grenze schloss sich dann noch ein zwischen 10 und 50 m breiter Streifen an, die letzte Zugriffsmöglichkeit der DDR-Grenzsoldaten für Flüchtlinge.

Die Darstellung der Grenzsperranlagen auf der ehemaligen DDR-Seite

Was kostete diese Grenze dem DDR-Regime?

Hierüber gibt es ziemlich klare Zahlen: Ein Kilometer dieser 1.393 km langen Grenze kostete im Aufbau ca. 1.000.000 DM. Die selbe Summe verschluckten nochmals die Sperranlagen ca. alle zwei Jahre an Instandhaltung, Reparatur- und Neubauarbeiten. Die Personalkosten der Grenztruppe sind hierin natürlich nicht enthalten.

Zwischenfälle der verschiedensten Art ereigneten sich:

Ob Luftraumverletzungen durch DDR-Hubschrauber, unbefugtes Betreten von Bundesgebiet durch Grenzaufklärer aber auch Provokationen aus Richtung Westen. Die Namen "Brettschneider" oder "Bahn" stehen hierfür.

Ein Mahnkreuz für den am 12.10.1961 durch Grenzorgane der damaligen DDR erschossenen Dortmunder Journalisten "Kurt LICHTENSTEIN" (auf dem Kreuz steht: "Ein Deutscher von Deutschen erschossen")

Durch die Unübersichtlichkeit des Geländes im Abschnitt unserer Abteilung waren Fluchtmöglichkeiten durch DDR-Bürger stark eingeschränkt. Dennoch gelang es immer wieder einigen Menschen, die Sperranlagen zu überwinden. Die wohl spektakulärste Flucht war die der Familie GÜNTHER im Oktober 1987. Vater, Mutter und drei Jungen im Alter von 5 bis 10 Jahren gelangten nach einer abenteuerlichen Aktion mit Hilfe eines ausgesonderten Armeefahrzeuges bis zum KFZ.-Sperrgraben. Die letzten Meter bis zur Freiheit gelangen mit Hilfe einer Leiter und sehr, sehr viel Mut.

Über 95% der Fluchtversuche, so die statistischen Zahlen, wurden jedoch im Keim erstickt oder endeten abrupt irgendwo im Schutzstreifen.

Das Gegenüber der BGS- und Zollbeamten waren die Grenztruppen der DDR. Mit abgrundtiefem Hass und Misstrauen standen sie unseren Streifen gegenüber. Kein Wort, kein Tagesgruß, nicht einmal eines Blickes würdigten sie ihren "Klassenfeind".

In Politunterrichtungen durch linientreue Offiziere der Grenztruppe wurde dies den jungen Soldaten immer wieder eingehämmert.

Anmerkung der Verfassers der Chronik: "Auch ich bekam in meinen ersten Dienstjahren anlässlich von Grenzstreifenfahrten das Verhalten der Angehörigen der Grenztruppen voll zu spüren; das Richten der entsicherten Maschinenpistole auf die BGS-Streife war keine Seltenheit. Nur durch die Besonnenheit der BGS-beamten kam es zu keinen schweren Grenzzwischenfällen."

Dieser Zustand dauerte unvermindert bis zur Wende - dann änderte sich plötzlich alles schlagartig. Niemand hatte jemals böse Absichten und die Schuldigen wurden in den höchsten Ebenen gesucht. Man selbst war ja so ahnungslos.....

Grenzstreifen in den 70er-Jahren

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Die große Wende im täglichen Dienstablauf der Abteilung kam mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten.

Was war geschehen?

Mitte der achtziger Jahre hatte die wirtschaftliche Krise in der Sowjetunion Ausmaße angenommen, die welthistorische Folgen haben sollten. Die sowjetische Wirtschaft war unproduktiv und technologisch rückständig. Fehlplanungen (Panwirtschaft!) und der Versuch, im Rüstungswettlauf mit den USA (u.a. SDI-Programm) mitzuhalten, führte zu schweren Zerfallserscheinungen. Hinzu kam noch die Korruption sowie das organisierte Wirtschaftsverbrechertum.

Michail GORBATSCHOW, der im Jahre 1985 zum Generalsekretär der KPdSU berufen wurde, versuchte mit einem radikalen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft (Perestroika) eine Stärkung des sozialistischen Systems. Gegensätze der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Zustände sollten in aller Öffentlichkeit diskutiert werden (Glasnost).Diese politische Offenheit leitete u.a. die Auflösung des Sowjetimperiums ein; Kräfte wurden freigesetzt, die schließlich den Untergang des sowjetischen Systems bewirkten.

Nach Polen und Ungarn befreiten sich 1989 auch die Menschen in der DDR von der Herrschaft der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands). Der Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, wandte sich in dieser Phase noch von Glasnost und Perestroika ab, da der wirtschaftlich-technische Entwicklungsstand höher als der der Sowjetunion sein; es bestehe kein Handlungsbedarf. Doch die Proteste der Bürgerbewegungen sowie die sich einsetzende Massenflucht von DDR-Bürgern nach Ungarn, Polen und der Tschechoslowakei hatte unabsehbare Folgen. Am 09.10.1989 gingen in Leipzig ca. 70.000 Menschen auf die Straße und demonstrierten mit dem Aufruf "WIR SIND DAS VOLK" für Freiheit. Ob die Staatssicherheit (Stasi) und die Betriebskampftruppen einschreiten würden, wusste niemand. Vielleicht waren Gorbatschows Worte "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben", die er am 07.10.1989 anlässlich des 40. Jahrestages der DDR an Honecker richtete, ausschlaggebend für das Verhalten der Sicherheitskräfte. Es folgten daraufhin immer wieder Massendemonstrationen, auf denen die Rufe laut wurden "Wir sind ein Volk" und "Deutschland einig Vaterland". Der Wunsch nach Wiedervereinigung wuchs. Unter dem anhaltenden Druck dieser Massendemonstrationen wurde Honecker dann am 18.10.1989 vom SED-Politbüro abgesetzt. Am 07.11.1989 trat die gesamte DDR-Regierung zurück.

In dieser zeit ging es in der DDR drunter und drüber. Die zu Tausenden über Nachbarländer (Ungarn-Österreich, Polen, Tschechoslowakei) geflohenen Bürger der DDR hielten sich dort u.a. in deutschen Botschaften unter unsagbaren Umständen auf und nutzten jede Gelegenheit zur Ausreise/Flucht in die Bundesrepublik Deutschland.

Unbeschreibliche Tragödien spielten sich ab, Männer verließen ihre Familien, Kinder wurden zurück gelassen.

Die ersten 498 Flüchtlinge aus der DDR erreichten am 01.10.1989 mit einem Sonderzug aus Warschau kommen die Bundesrepublik Deutschland, weitere durften nach zähen Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR mit der Eisenbahn von der Tschechoslowakei und Polen aus über das Gebiet der DDR ausreisen. Die ehemalige DDR-Regierung sah es als einen Akt der Gnade an, die "Republikflüchtlinge" über das Gebiet der DDR ausreisen zu lassen. Diese ehemaligen DDR_Bürger wurden nach Eintreffen in der Bundesrepublik von Kräften des BGS empfangen, erfasst, versorgt, betreut und weitergeleitet an die entsprechenden Notaufnahmelager der Bundesländer.

Kurzfristig erhielt der BGS in Gifhorn die Nachricht, dass am 07.11.1989 durch das GSK Nord 780 Übersiedler, die über Prag, aber auch über Ungarn in die Bundesrepublik einreisten, aufzunehmen sind. Wir in Gifhorn hatten uns auf die Aufnahme von 280 Übersiedler einzustellen, der BGS in Braunschweig sollte ebenfalls 280 Personen aufnehmen, 220 Personen sollten nach Goslar abfließen. Die Vorbereitungen zur Übernahme liefen auf Hochtouren. In den Hundertschaftsblöcken "rückte" man zusammen, Stuben wurden frei gemacht. Die Sporthalle wurde für eine Übernachtung hergerichtet, indem Feldbetten aufgestellt wurden. Schlafstellen zwischen männlichen und weiblichen Personen wurden mit Holzplatten (vom Triangler-Spanplattenwerk kostenlos zur Verfügung gestellt) getrennt. Duschzeiten wurden abgestimmt und....vieles, vieles mehr.

Am 08.11.1989, um 01.10 Uhr, trafen dann die Übersiedler mit Bussen der Hannoverschen Verkehrsbetriebe vom Messebahnhof Hannover kommend ein. Nach kurzer Begrüßung durch den Abt.-Kommandeur, POR i. BGS Koch, dem Bürgermeister der Stadt Gifhorn, Herrn Birth, wurden die total übermüdeten, aber glücklichen Übersiedler zunächst verpflegt, dann belehrt, erfasst und den Quartieren zugeführt. Im Laufe des Tages wurde dann durch ein Abordnung des Arbeitsamtes das Übergangsgeld von 200,-DM pro Person ausgezahlt und versucht, Arbeitsplätze zu vermitteln. Hilfreich stand uns in dieser Zeit eine Abordnung des Deutschen Roten Kreuzes zur Seite. Schon am 09.11.1989 kam ein neuer Sonderzug aus Prag mit 1.000 Übersiedlern, ein schnelles Abfließen der Übersiedler aus den Auffanglagern (BGS-Unterkünfte) war angesagt. Somit wurden am 09. und 10.11.1989 253 Personen aus der Gifhorner Unterkunft über Lüneburg an die Aufnahmelager der Bundesländer weitergeleitet. Als wir am 09.11.1989, um 14.30 Uhr, vom Stab GSK Nord die Nachricht erhielten, dass sofort DDR_Bürger direkt über alle Grenzstellen zwischen DDR und der Bundesrepublik ausreisen können, mussten wir uns auf eine neue Ausreisewelle einstellen.

Doch dazu kam es nicht. Denn in der Zeit vom 09.11.1989, 21.00 Uhr, bis zum 12.11.1989 nutzten insgesamt ca. 350.000 Bewohner der DDR die Möglichkeit des Grenzübertrittes in Niedersachsen, doch nur 3.570 Personen meldeten sich als Übersiedler bei westdeutschen Behörden. Am 11.11.1989, um 15.45 Uhr, wurden im Bereich des GSK Nord bei Eckertal im Harz die Grenzsperranlagen geöffnet und der erste zusätzliche Übergang geschaffen.

Am 13.11.2989, um 10.31 Uhr, hob die DDR die Sperrzone im Grenzgebiet an der Staatsgrenze zur Bundesrepublik auf; Kontrollen fanden nicht mehr statt, so dass DDR-Bürger versuchten, die Grenzsperranlagen zur Bundesrepublik zu öffnen.

DIE EREIGNISSE ÜBERSCHLUGEN SICH NUN!

Die restlichen Übersiedler aus der GS-Unterkunft Gifhorn flossen am 13.11.1989 ab. Züge mit tausenden von DDR-Besuchern sowie unendliche PKW-Kolonnen (Trabbi's und Wartburg's) fuhren zu einem Besuch in die Bundesrepublik Deutschland ein. Die DDR-Bürger wurden überschwänglich begrüßt, großzügig beschenkt mit Geld- und Sachspenden und erhielten von der Bundesrepublik ein Begrüßungsgeld von 100,-DM pro Person.

Bürger grenznaher Gemeinden erzwangen in ihren Bereichen zusätzliche Grenzübergänge, die DDR-Regierung konnte sich nicht mehr dagegen wehren, der Druck wurde zu stark.

Am 18.11.1989, um 06.00 Uhr, wurden im Bereich der GSA Nord 3 die ersten beiden Grenzübergangsstellen geöffnet; der Übergang Zicherie/Böckwitz und der Übergang Brome/ B 248.

Weitere Übergänge folgten:

-> Grasleben-Weferlingen am 18.11.1989.

-> Büstedt-Oebisfelde am 26.11.1989

-> Grafhorst-Breitenrode am 23.12.1989

-> Radenbeck-Gladdenstedt am 02.02.1990

-> Brome-Steimke am 11.02.1990

-> Bahrdorf-Gehrendorf am 24.02.1990

-> Brome-Wendischbrome am 10.03.1990.

In dieser Phase war der BGS stark gefordert; es waren Grenzübergänge zu besetzen, Flüchtlinge aufzunehmen und zu transportieren. Ehemalige DDR-Bürger, die mit ihren Privat-PKW die Flucht antraten, erhielten Benzingutscheine, die mit der Bahn ihre Fahrt fortsetzten, fuhren kostenlos bis zur nächsten Erfassungsstelle.

Mit dem Vertrag über die Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion (u.a. Einführung der DM in der DDR) am 01.07.1990 fielen die Grenzen zwischen den beiden deutschen Staaten; zähe Verhandlungen gingen voraus.

Die Streifentätigkeit auf beiden Seiten wurde eingestellt; die Grenzsperranlagen auf Seiten der DDR wurden von den Grenztruppen, soweit es technisch möglich war, abgebaut.

Die polizeiliche Überwachung der Grenze endete bei der GSA Nord 3 am 01.07.1990 um 10.00 Uhr. Die letzte Grenzstreife der Abteilung fuhren Polizeihauptkommissar i. BGS BÜCHMANN und Polizeihauptmeister i. BGS LIETZOW.

Sie endete um 10.00 Uhr am Grenzübergang Zicherie/Böckwitz.

Die Grenze zwischen beiden deutschen Staaten konnte nun auf ganzer Länge überschritten werden. Der Bundesgrenzschutz überwachte nun im Rahmen der Nachaufsicht (auch unter Befahren des DDR-Gebietes) den Abbau der Grenzsperranlagen.

Grenzfahrt im Rahmen der Nachaufsicht im ehem. Grenzabschnitt der GSA Nord 3 im Juli 1990

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...die letzte Streife

...die letzte Streife

PHK Büchmann und PHM Lietzow am 01.07.1990, 10.00 Uhr, am Grenzübergang Zicherie/Böckwitz

Der Einigungsvertrag und die Wiedervereinigungsfeier

Die Gespräche über den von der DDR-Seite gewünschten Einigungsvertrag begannen am 06.07.1990. Nach schwierigen Verhandlungen u.a. auf den Rechtsgebieten (die DDR-Seite wollte ja soviel wie möglich vom alten DDR-Recht einbringen) wurde der Vereinigungsvertrag am 31.08.1990 unterschrieben und am 20.09.1990 von der Volkskammer (299 Abgeordnete mit Ja, 80 mit Nein bei einer Enthaltung und 20 abwesenden Abgeordneten) und vom Bundestag (440 Ja, 47 Nein bei drei Enthaltungen) zugestimmt.

Vorweg fanden schwierige Verhandlungen auf internationaler Ebene statt. Den historischen Durchbruch erreichten Bundeskanzler Kohl, Außenminister Genscher und Finanzminister Waigel anlässlich von Gesprächen in der UdSSR am 15./16.07.1990, als Gorbatschow in einer Phase der innerpolitischen Stärke einer NATO-Mitgliedschaft sowie der Entlassung Gesamtdeutschlands in die uneingeschränkte Souveränität zustimmte. Gorbatschow machte somit den Weg frei für eine Wiedervereinigung. Am 12.09.1990 wurde dann von den Außenministern der beiden deutschen Staaten und der vier Siegermächten der "Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland" in Moskau unterzeichnet. Dieser Vertrag nimmt die Stelle eines Friedensvertrages ein. Als letzte Siegermacht hinterlegte die Sowjetunion am 15.03.1991 ihre Ratifizierungsurkunde zu dem o.a. Vertrag, somit war Deutschland von allen vier Siegermächten in die volle Souveränität entlassen worden.

Die Volkskammer hatte unabhängig davon am 03.10.1990 als den Tag des Beitritts zur Bundesrepublik Deutschland beschlossen. Die Wiedervereinigung sollte in Berlin gefeiert werden.

Das Land Berlin forderte zur Unterstützung der eigenen Polizeikräfte erstmals den Bundesgrenzschutz an; GSA Nord 3 wurde mit der Abteilungsführung beauftragt.

Am Morgen des 01.10.1990 setzten sich die Einsatzkräfte Richtung Berlin in Marsch. Am Grenzübergang Helmstedt-Autobahn sammelte sich der Verband; die GSA Nord 3 wurde mit je einer Einsatzhundertschaft aus Braunschweig und Goslar verstärkt.

Punkt 14.45 Uhr überschritt der Verband die innerdeutsche Grenze unter Führung des Adjutanten der Gifhorner Abteilung, PHK im BGS Bendlin. Der Abteilungskommandeur war voraus marschiert zur Einsatzbesprechung. Es war schon ein eigenartiges Gefühl beim Überschreiten der Grenze, waren doch beide Staaten aufgrund ihrer politischen Zugehörigkeit 40 jahre "verfeindet" (wir haben es nie so empfunden!). Die Ordnungskräfte der DDR schauten beim Anblick der BGS-Kolonne anl. der Fahrt nach Berlin sehr erstaunt. Vorsichtig wurde der Gruß der BGS-Beamten erwidert. Die Fahrt führte auf der Autobahn in den Norden von Berlin, hier zweigte man ab und fuhr nach Basdorf, wo wir in der Volkspolizei-Unterkunft Quartier beziehen sollten. Diese "VoPo-Kaserne" erreichten wir mit Anbruch der Dunkelheit, wurden von einem Oberstleutnant (Angehöriger der Wache) beim Befahren der Unterkunft eingewiesen (das Wachpersonal bestand in der Phase des Umbruchs überwiegend aus Angehörigen des höheren Dienstes) und wir versuchten uns in der riesigen Kaserne zurecht zu finden. Diente diese Kaserne doch mit ihren 5.000 Volkspolizisten vorwiegend der Sicherung der Regierungsgebäude in Ost-Berlin sowie des "Prominenten-Viertels" Wandlitz. In der DDR ging es in dieser Zeit schon drunter und drüber; die Einlasskontrollen in der Kaserne wurden nur noch sporadisch durchgeführt. Am 01.10.1990 zwischen 20.00 Uhr und 22.00 Uhr wurden noch eilig 400 Volkspolizisten entlassen, um den BGS-Angehörigen Quartier zu schaffen. Der Abteilungsstab bezog den Block im Sicherheitstrakt dieser Unterkunft. Dieser Trakt war zuvor den Sicherheitskräften "Wandlitz" vorbehalten. Für die Bediensteten dieser Kaserne brach mit Befahren der Unterkunft durch BGS-Fahrzeuge eine Welt zusammen; dienten sie doch einem Staat, der dem Volk den Weg in die sozialistische, gesicherte Zukunft zeigte.

Am nächsten Tag, am 02.10.1990, begannen die Vorbereitungen zum Schutz der Wiedervereinigungsfeiern im Bereich des Reichstagsgebäudes. Unzählige Fernsehstationen hatten ihre Übertragungsstationen aufgebaut, Gärtner verschönerten den Vorplatz des Reichstagsgebäudes mit tausenden von Blumen. Das Gelände um das Reichstagsgebäude wurde weitläufig mit "Hamburger Gittern" abgeriegelt. Wir vom BGS wurden von der Bevölkerung in Berlin bestaunt und willkommen geheißen. Es war schon ein erhabenes Gefühl, als erster Verband nach 40 Jahren der Trennung in der ehemaligen Hauptstadt Deutschlands eingesetzt worden zu sein.

Am Vorabend zu dem 03.10.1990 wurden wir von dem Ansturm der Menschen überrascht. Millionen von Menschen aus ganz Deutschland wollten an der Wiedervereinigungsfeier teilnehmen. Die Absperrungen vor dem Reichstagsgebäude konnten durch Polizeikräfte nicht gehalten werden, der dort eingesetzte Polizeiführer, Polizeihauptkommissar im BGS Runge, musste seine Absperrkräfte zurück nehmen. Die friedliche Menschenmenge drückte mit einer unhaltbaren Kraft von allen Seiten auf das Reichstagsgebäude zu. Zum Glück war es eine friedliche Menschenmenge, war es doch auch ein erfreuliches Ereignis.

Bundespräsident von Weizäcker sprach in den ersten Minuten des 03.10.1990 die neue Präambel des nun gemeinsamen Grundgesetzes:

"Die Deutschen haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet".

Aus Anlass des Tags der deutschen Einheit fanden in Berlin vom 02. bis 04.10.1990 zahlreiche Feierlichkeiten statt, an denen die führenden politischen Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland teilnahmen. Höhepunkte waren neben der oben erwähnten Zeremonie vor dem Reichstagsgebäude ein Staatsakt in der Philharmonie und die erste Sitzung des gesamtdeutschen Bundestages im Reichstagsgebäude.

Das Bundespresseamt berichtete danach:

03. Oktober 1990

TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT

Deutschland ist 45 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wieder ein vereintes und souveränes Land.

Bis in die frühen Morgenstunden waren die BGS-Beamten im Einsatz. Nach 4 Stunden Schlaf ging es am 04.10.1990 gleich wieder in einen Einsatz, diesmal hatten autonome Gruppen zu einer Demo gegen die Wiedervereinigung aufgerufen.

Doch auch dieser Einsatz wurde überstanden und am 05.10.1990 ging es dann in die Standorte zurück.

Dieser geschichtliche Abschnitt sei in dieser Chronik ausgiebiger erwähnt, waren doch diese Ereignisse von herausragender Bedeutung in der deutschen Geschichte sowie ein entscheidender Einschnitt in den täglichen Dienstablauf der Gifhorner Abteilung.

Einsatz zum Schutz der Wiedervereinigungsfeier in Berlin 1990

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Einsatz zum Schutz der Überführung der Sarkophage Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. sowie zum Schutz der Beisetzungsfeierlichkeiten der Preußenkönige am 17. August 1991 in Potsdam

Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. auf ihrer letzten Fahrt zu den endgültigen Ruhestätten

Im Jahre 1769 fasste der "Alte Fritz" in seiner Bücherei im Schloss Sanssouci sitzend, den Blick auf die Grabstätte seiner Hunde gerichtet, den Entschluss, neben seinen Hunden in einer Gruft in aller Stille begraben zu werden. Das war sein letzter Wille. Doch dieser Wunsch wurde dem großen König nie ganz erfüllt.

Der 1786 verstorbene Preußenkönig Friedrich II. wurde durch seinen Neffen in der Potsdamer Garnisonskirche beigesetzt, die Nationalsozialisten lagerten den Sarg in einem Minenschacht bei Nordhausen ein, US-Soldaten brachten ihn nach dem Krieg nach Marburg. Seit 1952 ruhte er in der Hohenzollern-Burg Hechingen in Württemberg.

Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten 1990 fasste das Familienoberhaupt der Hohenzollern, Prinz Louis Ferdinand von Preußen (83 Jahre alt) den Entschluss, seinem Vorfahren den letzten Willen zu erfüllen. Nach Absprachen mit der Bundesregierung und dem Land Brandenburg sollten die sterblichen Überreste der Preußenkönige am 17.08.1991, dem 205. Todestag Friedrich der Großen, in Potsdam ihre letzte Ruhe finden.

Das Land Brandenburg befürchtete von Monarchie-Gegnern Unruhen und forderte beim BMI Polizeikräfte zur Unterstützung für den 17.08.1991 an. Das BMI sagte der Kräfteanforderung zu; GSK Nord wurde beauftragt, eine Grenzschutzabteilung zur Unterstützung des Landes Brandenburg abzustellen.

Grenzschutzabteilung Nord 3 wurde mit der Kräftegestellung beauftragt. Es war für uns eine ehrenvolle Aufgabe, diesen Einsatz anl. dieses historischen Ereignissen "fahren" zu dürfen.

Die Voraufklärung zu diesem Einsatz nahm einen großen Zeitraum in Anspruch, denn Vorbesprechungen fanden auf allen Ebenen statt, die Ereignisorte wurden mehrfach in Hinblick auf den Einsatz der Sicherungskräfte in Augenschein genommen, Einsatzschwerpunkte wurden festgelegt. Am Beisetzungstag, Samstag den 17.08.1991, waren insgesamt 792 PVB eingesetzt, dabei eine Hundertschaft der Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen, die den BGS-Polizeiführern, Ltd. Polizeidirektor im BGS Hansen und Polizeirat im BGS Saatkamp, unterstellt waren.

Stabsoffiziere verschiedener Waffengattungen der Bundeswehr hielten die Ehrenwache am Sarkophag Friedrich II.

Die sterblichen Überreste der Preußenkönige trafen vormittags mit einem Sonderzug, drei Waggons aus der kaiserzeit, in Potsdam am Westbahnhof ein. Hier wurden die Sarkophage im Beisein der königlichen Familie auf Lafetten umgeladen und von Pferden gezogen zum Schloss Sanssouci überführt. Während der Überführung säumten tausende von Bürgern die Strecke. Der BGS übernahm den Streckenschutz bis zu den endgültigen Ruhestätten der Könige; Friedrich II. in der Gruft an der Terrasse am Schloss Sanssouci und Friedrich Wilhelm I. in der Friedenskirche in Potsdam.

Der feierliche Trauerzug führte vom Westbahnhof an der Mühle Sanssouci vorbei bis zur Auffahrt Schloss Sanssouci. Hier verhielt der Trauerzug, der Sarkophag Friedrich II. scherte aus und wurde auf dem Innenhof des Schlosses aufgebahrt. Friedrich Wilhelm I., noch an der Einfahrt zum Schloss wartend, nahm somit Abschied von seinem Sohn. Danach setzte sich der Trauerzug wieder in Richtung Friedenskirche in Bewegung. Im engsten Familienkreis wurde anschließend der Sarkophag in einer Gruft in der Friedenskirche beigesetzt.

60-70.000 Menschen nahmen anl. des Defilees von dem "Alten Fritz" Abschied.

Zur Mitternacht, als die Turmuhr der nahen Friedenskirche 24.00 Uhr schlug, wurde Friedrich II. im Beisein des Familienoberhauptes Prinz Ferdinand von Preußen, seiner drei Söhne und seines Enkels Georg in der 5 qm großen Gruft in aller Stille beigesetzt. Der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Helmut Kohl, nahm als Ehrengast an dem Dankgottesdienst in der Friedenskirche teil.

Die Sicherungskräfte der GSA Nord 3 führten noch die Nachaufsicht durch und in den frühen Morgenstunden des 18.08.1991 war dieser Einsatz des historisch bedeutenden Ereignisses für uns beendet.

Kam die Aus- und Weiterbildung auch nicht zu kurz?

Waren die Jahre auch noch so wirr, der Dienstherr vergaß es nicht, seine Beamten weiterzubilden.

An großen Übungen wurde teilgenommen; erwähnt sei hier z.B. die "Schleswig-Holstein-Übung 65", als beim Übersetzen über den Nord-Ostsee-Kanal mit Fähren des Bundeswehr ein s-Magirus des technischen Zuges der Abteilung in den Kanal versank (die Schuldigen sollen hier nicht aufgedeckt werden).

Es ließe sich zu vielen Übungen eine Anekdote berichten; aber alle Übungen trugen zur Weiterbildung bei, führten letztendlich alle zum Erfolg und blieben allen Übungsteilnehmern in guter Erinnerung.

Die technischen Kräfte zeigten ihr Können bei der Errichtung und dem Bau von Behelfsbrücken und Stegen in den 60er Jahren auf Bitten der Städte und Gemeinden. Große Mauerreste sowie Fabrikschornsteine wurden fachgerecht gesprengt; dienten doch auch diese Einsätze der Weiterbildung.

Das Werkstattpersonal musste fortlaufend geschult werden, wechselte im KFZ-technischen Bereich die Kraftfahrausstattung von schweren geländegängigen KFZ (Hanomag, Mercedes, Magirus, Borgward) zu industriemäßig gefertigten Straßenfahrzeugen (VW-Kombi, Opel), so wurde im Waffenbereich die schwere Bewaffnung, wie der Granatwerfer, die Blindicide, das MG 42 und die Energa heraus genommen. In der Fernmeldeausstattung war der Sprung der Entwicklung am größten. Von dem Funkgerät FuG 6 (mit der Breitbandantenne und dem Sammler am Leibriemen) musste das Werkstattpersonal sich umstellen auf kleine, leistungsstarke Taschengeräte mit großer Reichweite. Die Elektronik hielt auf allen Gebieten ihren Einzug.

Der Einstieg in die Computer-Technik steht dem BGS bevor. 1988/89 wurden die ersten Einweisungslehrgänge für Fernmeldepersonal und Führungskräfte der Abteilung im Bereich des GSK Mitte durchgeführt. Mit der Einführung der Computer ist jedoch vor 1993 nicht zu rechnen. So lange muss/kann noch auf private PC-Anlagen (unter strengen Auflagen) zurückgegriffen werden.

Alle wesentlichen Ausbildungsmaßnahmen liefen an der Grenzschutzschule Lübeck, der Geburtsstätte des BGS. Dagegen liefen Fortbildungslehrgänge für Führungskräfte des mittleren Dienstes überwiegend im Bereich GSK Nord; u.a. bei der Ausbildungsabteilung Walsrode.

Eine Ausbildungsstätte sollte aber noch erwähnt werden, das Kührointhaus im Watzmanngebirge im schönen Berchtesgadener Land. Nur wenigen beamten der Abteilung war es vergönnt, an einer Ausbildung auf der BGS-eigenen Ausbildungsstätte teilnehmen zu dürfen.

Ob es nun Ski-Lehrgänge im Winter oder im Sommerhalbjahr die geschlossene Ausbildung mit den vielen "Wanderungen" waren, es waren schöne, unvergessliche Stunden. Diese Stätte dient nicht nur der Aus- und Weiterbildung, sondern auch der Entspannung und Erholung von dem täglichen Stress.

In den 60er-, 70er- und zu Beginn der 80er-Jahre wurden Übungen jeglicher Art zur Erhaltung der Einsatzfähigkeit der Verbände durchgeführt. Die politische Lage erforderte ein stetiges Anpassen des Einsatzkonzeptes an die momentane Lage zwischen Ost und West. Die Stärke der Demokratie in der Bundesrepublik aber war der Garant der Stabilität der Sicherheit in unserem Vaterland und letztendlich der Schlüssel zu der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten.

Ausbildung

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Der Standort-Übungsplatz Wilsche, ca. 3,5 km nordwestlich von Gifhorn gelegen, ist seit 1966 bundeseigenes Gelände und Teil des GS-Standortes Gifhorn. Genutzt wurde dieses Gelände doch schon seit Bestehen des BGS in Gifhorn.

Für Ausbildungszwecke standen zur Verfügung:

Die Höhe 57, das Kastenwäldchen, die Schlangenwiese mit dem sich durchschlängelden Bach "Riede".

Wurde eingerichtet:

Der Handgranatenwurfplatz, das Einbruchgelände mit dem Stellungssystem, der Energa-Schießstand mit dem ausgesonderten Sonderwagen als Zielobjekt.

Für alle Grenzschutzbeamten bleibt in Erinnerung die Höhe 57, hat sie doch viel Schweißtropfen gekostet, wenn bei der Ausbildung mit der ABC-Schutzmaske die Höhe gewonnen werden musste, oder im Stellungsbau (im Rahmen der Verteidigung) "Mann-Löcher" auszuheben waren. MG-Schützen waren bei der Größe des Loches besonders gefordert.

Das Gelände war vom Antreteplatz aus in alle Richtungen gut zu überblicken. Heute, nach gut 30 Jahren, ist das Gelände nicht wiederzuerkennen. Alle ehemaligen Ausbildungsplätze sind zugewachsen, das Gelände ist, wie auf dem Foto zu erkennen, nicht mehr einzusehen.

Ein Ausbildungszug auf dem Antreteplatz angetreten.

Ausbildungsschwerpunkte der 60er- bzw. 70er-Jahre wie:

Einbruch in vorhandenen Stellungen, Stellungsbau für den Abwehrkampf, Vorgehen im Gelände mit schweren Waffen unter Durchführung von Stellungswechsel/Beziehen von Wechselstellungen, Ausbildung von Spähtrupps usw.....

werden heute aufgrund der geänderten Aufgabenstellung nicht mehr durchgeführt; wären aber aufgrund der heutigen Bewachsung nicht mehr durchführbar.

Aber auch heute üben auf diesem Gelände noch junge Grenzschutzbeamte; doch das Einbruchsgelände sowie die Höhe 57 haben aufgrund der Ausbildungsinhalte der 90er-Jahre an Bedeutung verloren. Geübt werden heute u.a. noch die Gangarten im Gelände (in abgeschwächter Form) und im 2. Dienstjahr das Umstellen und Durchsuchen von Geländeteilen.

Die Segelflieger haben zwischenzeitlich das Gelände verlassen. Von der Fliegerhalle scheint nur noch die Betonbodenplatte aus dem Waldboden hervor. Das Kastenwäldchen ist aufgrund der hohen Bewachsung schwer auszumachen. Die Natur hat das Gelände zurückerobert, die Tierwelt hat Einzug gehalten. Wie ändern sich doch die Zeiten!

Eine besondere Bedeutung kam der Ausbildung mit den Sonderwagen zu. War es am Ende der 50er-Jahre der amerikanische Sonderwagen "M 8", so musste in den 60er-Jahren die Schulung auf dem englischen "SALADIN" und den Sonderwagen "SW 1" und "SW 2" vorgenommen werden. Diese Modelle wurden Ende der 80er-Jahre bzw. Anfang der 90er-Jahre durch die Modelle "SW 3" und "SW 4" abgelöst.

Die ersten beiden Bilder in der folgenden Galerie zeigen den M 8; hier den ersten in Giforn mit Oberwachtmeister Sievers anl. einer Probefahrt im Dannenberger Raum.

Der M8 hatte einen 110PS-Benzinmotor, er wurde Anfang 1952 ohne seine 3,7cm-Kanone ausgeliefert. Sein Allgemeinzustand bei der Übernahme war schlecht, stand er doch seit 1945 ohne Wartung unter freiem Himmel.

Sonderwagen im BGS

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Aus dem Leben eines Werkstattleiters "K"

Eine eigene Geschichte über den Sonderwagen im BGS soll hier nicht geschrieben werden, das soll den Historikern überlassen bleiben. Aber dennoch soll mit diesem Bericht etwas näher eingegangen werden auf die Historie der geschützten wagen in Verbindung mit der Entwicklung/Wartung beim Bundesgrenzschutz.

Und dieses hat einen besonderen Grund, denn ausgerechnet ein ehemaliger Beamter "unserer Abteilung", der Oberstabsmeister i. BGS (a.D.) Heinrich Sievers, war der Vater der Instandsetzung und Wartung, ja sogar Vater der Entwicklung in Sachen Sonderwagen.

Heinrich Sievers trat als ehemaliger Kriegsteilnehmer am 11.06.1951 als einer der ersten Männer der Stunde in Lübeck (Geburtsstätte des BGS) in den Bundesgrenzschutz ein, wurde der Ausbildungsabteilung Dedelstorf (GSA A Nord 1) - später GSA Nord I - zugeteilt und aufgrund seiner Fähigkeiten -zwischenzeitlich zum Oberwachtmeister befördert- am 01.01.1952 zur Sonderwagen-Lehrabteilung nach Neu-Tramm bei Dannenberg abkommandiert und mit der Leitung der Instandsetzungswerkstatt beauftragt.

Was war geschehen?

Infolge des Korea-Krieges 1950 und der enormen Aufrüstung der Streitkräfte in der damaligen DDR hielt es die Bundesregierung für erforderlich, zum Schutz der Bundesrepublik die eigenen Ordnungskräfte, nämlich den Bundesgrenzschutz, ebenfalls mit geschützten Kampffahrzeugen auszustatten. Aber so leicht, wie gesagt, war das nicht, denn wir hatten den zweiten Weltkrieg verloren und waren in dieser Frage auf die Zustimmung der Siegermächte angewiesen. Gedacht war der Ankauf von 60 Stck. geschützten Panzerspähwagen der US-Armee, die anl. der Landung der Amerikaner in der Normandie zum Einsatz kamen. Dieser Ankauf scheiterte zunächst aber an dem Einspruch der Franzosen in der "Alliierten Hohen Kommission"; denn mit dem Kauf seien die deutschen Ordnungskräfte ja wieder im Besitz von Kampffahrzeugen mit "schwerer" Bewaffnung.

Die Bundesregierung lenkte ein, verzichtete auf die 3,7cm Bordkanone und orderte mit dem Kaufvertrag vom 26.11.1951 67 Stck. gepanzerte Straßenfahrzeuge (7 Stck. als Ersatzteilträger) des Typs "M 8" (6-Rad-Panzerspähwagen) zu einem Preis von je 4.157,16 DM. Die Übernahme der 110-PS starken Fahrzeuge erfolgte Anfang des Jahres 1952 im Beisein des Oberwachtmeisters Sievers im US-Lager Butzbach. Da diese Fahrzeuge seit 1945 ohne Wartung unter freiem Himmel standen und jeder Witterung ausgesetzt waren, wurden sie zunächst zum Zwecke der Überholung nach Ladenburg verbracht. Hier stellte sich heraus, dass der niedrige Kaufpreis gerechtfertigt war. Der damalige Abteilungs-Kommandeur der Dannenberger Abteilung, Major i. BGS Voigt, gebrauchte in einer Stellungnahme über die Übernahme und den Zustand der Sonderwagen - die an das Grenzschutzkommando Nord gerichtet war - in seiner Urteilsabgabe im Hinblick auf Zustand/Preis der Wagen den Begriff "Schrottpreis". Das sollte eigentlich schon alles sagen.

ABER......man hatte ja den Oberwachtmeister i. BGS Sievers, der mit den Ersatzteilträgern (sieben M 8) die Wagen zum Laufen brachte.

Die erste Ausbildung für den gesamten BGS lief am 24.03.1952 in Neu-Tramm bei Dannenberg an. Die "M 8" waren besetzt mit einem Kommandanten, einem MG-Schützen, einem Funker und einem Kraftfahrer. Die geschlossene Ausbildung für alle BGS-Einheiten dauerte noch bis Ablauf des Jahres 1952, dann wurde die Lehrabteilung aufgelöst. Die Besatzungen kehrten nun mit ihren Sonderwagen in ihre Standorte zurück. Obwm. i. BGS Sievers kehrte nicht zu seiner Stammeinheit nach Dedelstorf zurück, das Grenzschutzkommando Nord versetzte ihn nach Hannover zu der dortigen GSA III/5 - die Stammabteilung der heutigen GSA Nord 3 - , die damals in der "Kriegsschule" an der Varenwalderstraße untergebracht war und betraute ihn wieder mit der Leitung der Instandsetzungswerkstatt. Das hatte seinen guten Grund, denn das GSK Nord hatte beabsichtigt, alle Sonderwagen des GSK Nord in Hannover zusammenzuziehen, um eine geschlossene einheitliche Ausbildung betreiben zu können und somit über ein wirkungsvolles Einsatzmittel für einen gezielten Einsatz verfügen zu können. Dieses Vorhaben wurde vom Bundesminister des Innern energisch untersagt.

Obwm. i. BGS Sievers wurde dann am 28.02.1955 vom GSK Nord auf die Meisterschule für das Kfz.-Handwerk nach Heide/Holstein geschickt und bestand die Prüfung mit Bravour am 23.04.1955.

Der Sonderwagen hatte ihn aber nicht losgelassen. Zwischenzeitlich liefen die Vorbereitungen zur Aufstellung der Bundeswehr auf Hochtouren. In der Hoffnung, Obwm. i. BGS Sievers würde mit der Aufstellung zur Bundeswehr überwechseln, schickte man ihn mit weiteren 24 BGS-Beamten aus dem gesamten BGS zur Umschulung auf "amerikanische Panzerreparatur" nach Füssen zur Panzertruppenschule.

Obwm. i. BGS Sievers entschied sich aber zum 01.07.1956 (bis zum 30.06.1956 mussten alle damaligen BGS-Beamten eine Erklärung abgeben, ob sie beim BGS verbleiben wollten) für einen Verbleib beim Bundesgrenzschutz. Nachdem gut die Hälfte aller ehemaligen Kameraden zur Bundeswehr überwechselten, wurde die Stammeinheit III/5 aufgelöst. Die verbliebenen Beamten (Optanten) wechselten in der Masse zur GSA II/5, Braunschweig über; auch Obwm. i. BGS Sievers. Er übernahm hier gleich wieder die Leitung der Kfz.-Werkstatt und stürzte sich, wie sollte es anders sein, auf die Sonderwagen der Abteilung. Da diese Sonderwagen mit Benzinmotoren ausgestattet waren und viel Benzin verbrauchten, machte sich Obwm. i. BGS Sievers daran, diese Wagen auf Dieselbetrieb umzurüsten.

Natürlich ohne Genehmigung des BMI!

Und er tat es doch. Ein Sonderwagen "M 8" der Braunschweiger Abteilung wurde umgerüstet, er bekam einen kompletten Dieselmotor mit Getriebe aus einem Mercedes-LKW eingebaut.

Zwischenzeitlich lief die Entwicklung eines neuen Sonderwagen an. Grundlage war der in der Schweiz gefertigte "Mowag" (Motorwagen AG). Dieser Typ war damals schon "ABC-Schutz-gesichert", war mit 2 Kraftfahrern besetzt für eine gleichschnelle Vorwärts- oder Rückwärtsfahrt. Der BMI orderte 2 Exemplare, um unter Zugrundelegung dieses Typs ein eigenes Modell zu entwerfen. Der zwischenzeitlich zum Meister i. BGS beförderte Sievers wurde als "Kenner" der Materie für acht Wochen in das BMI - Entwicklung/Forschung - abgeordnet. Heraus kam der in den 60er, 70er- und 80er-Jahren beim BGS eingesetzte SW 1 und SW 2. Diese Fahrzeuge wurden zunächst wegen der schwierigen Panzerstahlschweißung bei der Firma Blohm & Voss (Hamburg), dann bei den Firmen Büssing (Osterholz-Scharmbeck) und Henschel (Kassel) gebaut. Die abgeschrägten Ecken an der Vorderseite der SW nannte man auch "Sievers-Ecken". Grund: Das Urmodell erschien wegen seiner scharfen Kanten zu unfallträchtig.

Meister i. BGS Sievers leitete noch bis 1961 die Kfz.-Werkstatt in Braunschweig und wechselte dann 1961 - auf Betreiben des damaligen Abt.-Kommandeurs der Gifhorner Abteilung Major i. BGS Markhoff - nach Gifhorn über und übernahm in der neu aufgestellten Abteilung die Leitung der Instandsetzung.

(Ps.: Abt.-Kdr. Markhoff hatte dem Werkstattleiter beim Überwechseln nach Gifhorn das Wohnen in einem Reihenhaus am "Müllersteg" zugesagt.)

Da Gifhorn aber als neu aufgestellte Abteilung über keinen Sonderwagen verfügte - und bei diesem Werkstattleiter ging es ja nicht ohne - gab die Goslarer Abteilung auf Weisung des GSK Nord drei "M 8" an Gifhorn ab. Ein Fahrzeug bewegte sich noch aus eigener Kraft, zwei mussten im Schlepp hintereinander gekoppelt mit dem Abschlepp-KW nach Gifhorn gezogen werden.

Die polizeiliche Einführung des Sonderwagens "SALADIN" in den Bundesgrenzschutz Anfang der 60er-Jahre war von der Bundesregierung nicht geplant. Es war ein Politikum. Gekauft für die Bundeswehr, aber nicht geeignet (da in der Bewaffnung kein NATO-Kaliber) wurden diese Fahrzeuge mit ihren 76mm-Kanonen dem BGS zugewiesen. Somit hatte der Bundesgrenzschutz neben dem mit einer 20mm-Kanone bestückten SW 2 noch ein weiteres Kampffahrzeug.

Mit Inkrafttreten des Strukturgesetzes im BGS 1976 passte die "schwere Bewaffnung" nicht mehr in das Konzept des "neuen" BGS. Der SALADIN wurde 1977 beim BGS ausgesondert, von der Firma Diehl, Deutschland, aufgekauft und an Belgien verkauft. In Belgien wurden alle Sonderwagen zerlegt (durch Laien) und für einen Weiterverkauf (evtl. Afrika?) vorbereitet. Bei dem anschließenden Zusammenbau gab es Schwierigkeiten, die belgische Regierung wand sich Hilfe suchend an die Bundesregierung um Abstellung von Fachkräften. Und wer war nun wieder gefragt? Unser zwischenzeitlich zum Oberstabsmeister i. BGS beförderten Werkstattleiter Sievers. OSTMR i. BGS Sievers fuhr dann im Auftrag der Bundesregierung nach Belgien und beaufsichtigte den Zusammenbau der Sonderwagen.

Der 1974 für seine verdienst mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnete OSTMR i. BGS Sievers schied mit Erreichen der Altersgrenze am 30.06.1979 aus dem aktiven Dienst aus.

Die Sonderwagen SW 1 und SW 2 blieben noch bis Ende der 80er-Jahre im Bestand des BGS, mussten dann aber der neuen Generation der Sonderwagen, nämlich dem SW 3 und dem SW 4 weichen.

Der SW 3 ist ein von der Fa. Mercedes in Verbindung mit der österreichischen Firma STEYR und PUCH gefertigtes gepanzertes Aufklärungsfahrzeug auf der Basis des geländegängigen Mercedes "GE".

(Anmerkung des Verfasser der Webseite: Die Einführung des Geländefahrzeuges "GE" beim BGS war ursprünglich nie beabsichtigt. Es handelte sich vielmehr um einen Kaufvertrag über eine (un)bestimmte Stückzahl des Mercedes GE durch den Schah von Persien. Damit Mercedes nicht auf den bestellten und nicht bezahlten Fahrzeugen nach dem Sturz des Schahs 1979 "sitzen blieb", erklärte sich die "Bundesregierung" für die Einführung des Models beim BGS und dem Kauf bereit. Für Ansprüche in der Bundeswehr war dieses Fahrzeug nicht ausreichend geeignet. Welch ein "Bärendienst" der "Bundesregierung"!? Ich habe noch den Vorgänger, den VW-Kübel, kennen gelernt, der weitaus robuster im Gelände war, als der "Gefälligkeits-GE".)

Der SW 4 ist ein von der Fa. THYSSEN AG gefertigtes, für den Transport von Einsatzkräften vorgesehenes gepanzertes, gummibereiftes 2-achsiges Sonder-Kfz. auf einem Unimog-Fahrgestell der Firma Mercedes. Die Bewaffnung besteht aus dem Schnellfeuergewehr "G 8" (Nachfolgemodell des MG 42, im Turm eingebaut) sowie der MP 5 (auf dem Turm montiert). Diese SW 4 gehören zu der Wahlausstattung der 3. Züge einer jeden Einsatzhundertschaft in der Abteilung.

Werbung beim Bundesgrenzschutz

Um die Jugend anzusprechen, wurden die Dienst-Busse zu Werbemaßnahmen bemalt.

er Bundesgrenzschutz versieht seinen Dienst seit Beginn der Aufstellung 1951 mit Beamten, die sich freiwillig für die Verwendung im BGS gemeldet haben. Aber seit Aufstellungsbeginn hatte der Bundesgrenzschutz Schwierigkeiten genügend Freiwillige zu bekommen, um die jeweils erstrebte Sollstärke zu erreichen.

Alle Anstrengungen wurden unternommen, um junge Männer für den Beruf eines Grenzschutzbeamten zu gewinnen. Nach der Aufstellung der Bundeswehr 1956, als über die Hälfte aller BGS-Beamten in die Bundeswehr überwechselten, galt es, den Grenzschutz so schnell als möglich wieder auf seine Sollstärke zu bringen.

In den 60er-Jahren erhielten die Beamten, die einen jungen Mann für den BGS warben, mit dem Tag der Einstellung einen Tag Sonderurlaub. Unterführer der Abteilung wurden auf den Kreiswehrersatzämtern eingesetzt, um an den Musterungstagen den jungen Leuten die Möglichkeit zu eröffnen, anstelle des Grundwehrdienstes bei der Bundeswehr einen Dienst von 2 Jahren beim BGS leisten zu können, natürlich bei voller Bezahlung.

Trotz dieses Personaleinsatzes gingen die Freiwilligenmeldungen Ende der 60er-Jahre rapide zurück. In den Abteilungen wurden jetzt die Sachgebiete "Werbung" geschaffen und Werbegebiete (auch weit im Hinterland) durch das Grenzschutzkommando Nord zugewiesen. Planstellen zur Besetzung dieses Sachgebietes gab es natürlich nicht. Mit der Führung des Sachgebietes wurde der ehemalige Innendienstleiter, PHM i. BGS Elpe, beauftragt. Die Werbung "rund um's Haus" wurde verstärkt durchgeführt. Unterführer der Abteilung (nur Beamte auf Lebenszeit - BaL) führten bei jungen Leuten, die kurz vor der Musterung standen, Hausbesuche durch.

Der Werbebus der Abteilung wurde von Meister i. BGS SANKOWSKI (Angehöriger der ehemaligen 14. HU) kunstvoll bemalt.

So mancher junger Mann konnte so für den Bundesgrenzschutz gewonnen werden. Und trotzdem reichten die eingestellten Beamten nicht aus, um die Einsatzfähigkeit des BGS zu gewährleisten. Der Bundesminister des Innern erkannte die schlechte Personalsituation, erreichte eine Änderung des Wehrpflichtgesetzes und mit der Schaffung des § 42a konnten nun junge Männer in den Bundesgrenzschutz einberufen werden.

In der Zeit von April 1970 bis März 1970 leisteten 513 junge Männer ihre Wehrpflicht als GS-Dienstleistende beim BGS in Gifhorn ab. Sie erhielten GS-Sold etwa in Höhe des Wehrsoldes. Nach Ableisten einer 18-monatigen Dienstzeit schieden sie dann wieder aus. Von der Möglichkeit, als Polizeivollzugsbeamter in den BGS übernommen zu werden, entschieden sich nur ca. 20-25%.

Mit dem Personalstrukturgesetz 1976 (u.a. Angleichung an die Polizeien der Länder) bildet der Bundesgrenzschutzseine Polizeivollzugsbeamten nach einer Vereinbarung zwischen dem Innenminister des Bundes und der Innenminister der Länder auch für eine Übernahme durch die Polizeien der Länder aus.

Nach einer Mindestdienstzeit von 8 Jahren beim Bundesgrenzschutz können dann die jungen Leute prüfungsfrei in den Dienst einer Landespolizei ihrer Wahl (entscheidend sind die Übernahmequoten) überwechseln. Anfangs haben sich die Länder noch gesträubt, die heran stehenden BGS-Beamten zu übernehmen (eigene Beamte sollten in die lukrativen Stellen einfließen), doch jetzt, wo auch die Landespolizeien Schwierigkeiten haben, ihre Sollstärken an Polizeikräften zu erreichen, greifen sie gerne auf BGS-Beamte zurück.

Die Werbe-Crew im Jahre 1991. Von links nach rechts: PHW i. BGS Lange, PM i. BGS Dräger, PHM i. BGS Hollenbach, PM i. BGS Jureczko und PM i. BGS Hasewinkel

Seit 1987 nun haben sich die Tore auch für weibliche Bewerber beim Bundesgrenzschutz geöffnet. Das Interesse ist groß, Bewerbungen liegen in ausreichender Anzahl vor. Doch nach einer Vorgabe durch das Bundesinnenministerium darf das Verhältnis von 1/3 Mädchen zu 2/3 Jungen nicht überschritten werden.

Nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten 1990 erhoffte man sich einen starken Zustrom aus den neuen Bundesländern, doch dieser Zustrom blieb aus. Gründe dafür sind vielfältiger Natur.

1991 suchte man neue Wege, um der Personalmisere zu begegnen. Die Einstellungsbedingungen wurden geändert, u.a. das Einstellungsalter angehoben auf 35 Jahre. Zeitsoldaten der Bundeswehr werden für einen Wechsel in den BGS angesprochen und vieles mehr.

Die Werbebeamten unter der Leitung des PHM i. BGS Hollenbach sind täglich unterwegs, um bei Werbevorträgen in Schulen, bei den KWEA und auf Messen für den Bundesgrenzschutz zu werben.

Es ist keine leichte Aufgabe, es ist eine Aufgabe, die den vollen Einsatz eines jeden Werbebeamten erfordert.

Die ersten Frauen in der Gifhorner Abteilung

Die ersten Frauen in der Gifhorner Abteilung

Von links nach rechts: Melanie Specht, Yvonne Bönisch, Fabiene Döhring, Claudia Fetzer, Sandra Bocklage, Melanie Pages, Martina Hildebrandt, Claudia Böse, Alexandra Blome und Tanja Oerther

Nachdem 1987 die ersten Frauen in den Bundesgrenzschutz in Swisttal-Heimerzheim bei Bonn eingestellt wurden, dauerte es danach weitere 4 Jahre, bis auch die Gifhorner Abteilung sagen konnte, "auch wir haben jetzt Frauen in unseren Reihen".

Beim Grenzschutzkommando Nord wurden die ersten 32 Frauen im Oktober 1989 in der Grenzschutzunterkunft Uelzen mit der Amtsbezeichnung "Polizeihauptwachtmeister-Anwärterin" eingestellt. "Unsere" Frauen traten im Oktober 1990 ebenfalls in der BGS-Unterkunft Uelzen ihren Dienst an, absolvierten dort das erste Ausbildungsjahr (Grundausbildung) und wurden danach zur Durchführung des 2. Ausbildungsjahres (überwiegend praktische Ausbildung) mit noch weiteren 16 männlichen Dienstanfängern am 01.10.1991 in die Einsatzabteilung Gifhorn versetzt.

Der Ausbildungszug 2. Dienstjahr bei der 1./GSA Nord 3 (mit dem Ausbildungspersonal)

Mit der Ausbildung dieser jungen Leute wurde die 1. Hundertschaft (ehem. 9. bzw. 13. Hu) unter Führung des PHK i. BGS Baller beauftragt. Nicht nur die Ausbilder waren gespannt auf "unseren gemischten Zug", auch die gesamte Abteilung wollte "unsere" Mädchen sehen.

Baulicherseits wurden Vorbereitungen in Sachen Unterbringung getroffen; Wasch- und Duschräume für die Beamtinnen wurden gebaut. Die Unterbringung erfolgte separat in einem Flurtrakt, das harmonische Miteinander in der Ausbildungsphase wurde dadurch nicht gestört.

In den ersten tagen schon stellte sich heraus, dass unsere zehn Mädchen keine Extrabehandlung duldeten. Sie wollten wie die männlichen Mitstreiter behandelt werden. Sie scheuten vor keiner "harten" Ausbildung zurück, marschierten in der Reihe mit den männlichen Kollegen bei der Polizeiausbildung und hielten Schritt bei Orientierungsmärschen. Man kann sagen "sie stehen ihren (Mann) Frau!"

Aber eines konnte schon nach wenigen Tagen der Anwesenheit festgestellt werden, der Umgangston untereinander ist herzlicher geworden, Rücksichtnahme und Verständnis füreinander ist wieder ins Bewusstsein vieler zurück gekehrt.

Was tat sich in der Verpflegungs- und Bekleidungswirtschaft?

Die Sachgebiete Verpflegung und Bekleidung unterliegen fachaufsichtsmäßig der Grenzschutzverwaltungsstelle, unterstehen aber auch weiterhin dem Abt.-Kommandeur, der zugleich Leiter der Wirtschafteinheit ist.

In der Verpflegungswirtschaft sind vom Vollzug her eingesetzt:

  • der Wart für Verpflegung und Küchenaufsicht

  • die Einsatzköche der Hundertschaften

Von der Verwaltungsstelle tragen zum Gelingen der Verpflegung bei:

  • der/die Küchenbuchführer/-in

  • der Koch

  • die Küchenhilfskräfte

In all den Jahren hieß es, die Speisepläne so zu erstellen, dass die Gerichte auch zur Zufriedenheit der Beamten auf den Tisch kamen. Geldmittel waren ausreichend vorhanden, denn die Masse der Beamten waren zum Wohnen in der Unterkunft verpflichtet und damit an der Gemeinschaftsverpflegung teilzunehmen (dafür wurde Kostgeld vom Verdienst einbehalten). Somit stand der Verpflegungswirtschaft bei ca. 300-400 Verpflegungsteilnehmern täglich genügend Geld zum Wirtschaften zur Verfügung. Der Verpflegungssatz betrug bis 1990 5,00 DM pro Person (1,00 DM für das Frühstück, 2,50 DM für das Mittagessen und 1,50 DM für die Abendkost). Wahrlich günstig!

Konnten die Beamten denn zufriedengestellt werden?

Wurde in der 50er und 60er-Jahren die Morgen- und Abendkost noch durch die Fouriere (Warte für Unterkunft und Verpflegung) vorbereitet und ausgegeben. Das waren noch recht dürftige Mahlzeiten (ein Stück Hartwurst, ein Stück Weichwurst und evtl. etwas Käse), die auf den Stuben eingenommen wurden. Heute wird den Beamten ein kaltes Buffet geboten. Das Angebot ist reichhaltig, aber auch da kann man es nicht jedem recht machen. Da sich die Essgewohnheiten der Beamten in den vielen Jahren fortlaufend geändert haben (kulinarische Spezialitäten anderer europäischer Länder wurde allerorts angeboten), war es erforderlich, sich auch hier anzupassen. Die Einsatzköche sowie das übrige Küchenpersonal mussten in dieser Richtung laufend fortgebildet und geschult werden.

1990 traf der Bundesinnenminister eine vorläufige Regelung, mit der die Verpflichtung zum Wohnen in der Gemeinschaftsunterkunft aufgehoben wurde, zugleich entfiel auch die Verpflichtung zur Teilnahme an der Gemeinschaftsverpflegung.

Die Anzahl der Verpflegungsteilnehmer sank rapide; denn nur noch Dienstanfänger bis zu einem halben Jahr nach Abschluss der Grundausbildung waren zur Verpflegungsteilnahme verpflichtet. Dazu kamen noch einige weitere Beamte, die weiter an der Verpflegung teilnehmen wollten. Trotz Anhebung des Verpflegungsgeldes um 1,50 DM auf 6,50 DM pro Perosn/Tag ist es ungeheuer schwierig, mit diesen geringen Mitteln ein gutes Essen auf den Tisch zu bringen. Die Folge war, dass an den Wochenenden aufgrund der wenigen Verpflegungsteilnehmer die Küche geschlossen blieb.

Auf dem Bekleidungssektor tat sich in all den Jahren immer etwas. War es Anfang der 70er-Jahre die Zentralisierung in der Lager- und Vorratshaltung (verbunden mit dem Wegfall der Hundertschafts-Bekleidungskammern), 1976 mit dem Personalstrukturgesetz die Angleichung an die Länderpolizeien (verbunden mit der Ausgabe einheitlicher Uniformen), so war es 1980 die Herauslösung der Vollzugsbeamten aus dem Bekleidungswesen.

Von Beginn an waren eingesetzt:

  • ein Abt.-Bekl.-Wart

  • vier Hundertschafts-Bekleidungswarte

  • drei Kammerwarte

  • sechs Handwerker (zwischenzeitlich auf acht Handwerker angewachsen)

Mit der Zentralisierung in der Lager- und Vorratshaltung wurden drei Hundertschafts-Bekleidungswarte abgezogen, ein Hu.-Bekl.-Wart wurde dem Abteilungs-Bekleidungswart beigegeben. Der gesamte Bekleidungstausch, einschließlich der Neueinkleidungen sowie der Auskleidungen, lief über die Abt.-Bekl.-Kammer. Die hierfür zur Verfügung stehenden 2 Vollzugsbeamten (1 Abt.-Bekl.-Wart und 1 Bekl.-Wart), 3 Kammerarbeiter und 6 Handwerker (4 Schneider und 2 Schuhmacher) hatten alle Hände voll zu tun.

1980 wurden die beiden Vollzugsbeamten aus der Bekleidungswirtschaft herausgezogen. Die Stellen wurden durch Verwaltungsbeamte ersetzt.

Für den Vollzug war diese Maßnahme nicht ganz verständlich; sollte hier vielleicht der Verwaltungsapparat vergrößert werden?

Mit dem Personalstrukturgesetz 1976 bekam der BGS auch die jetzigen Uniformen. Die Uniform, die von allen Polizeien der Länder im Bundesgebiet getragen wird. Die Verbände des BGS tragen anstelle der bisherigen Hose eine Hose in grüner Farbe.

Welche Uniformstücke standen zur Verfügung?

Am Ende der 50er-Jahre waren am Mann ausgegeben:

  • eine erste Garnitur zgl. Ausgehgarnitur in Trikotstoff

  • eine zweite Garnitur (Wachgarnitur in Trikotstoff)

  • eine A-Garnitur (ausgesonderte Garnitur für Ausbildungsdienste in Trikotstoff)

  • zwei Moleskin-Anzüge (Arbeitsanzüge)

  • dazu die Schirm- und Bergmütze

Später kamen zwei "leichte Garnituren" aus Mischgewebe hinzu, die in der warmen Jahreszeit getragen wurden. Die "leichte Garnitur" zeichnete sich durch eine gute Trageeigenschaft und leichter Pflege aus. Die Trikotgarnituren dagegen "beulten" stark aus und mussten daher häufig gebügelt werden. Der Moleskin-Anzug wurde überwiegend zu technischen Diensten getragen, konnte in der Waschmaschine gewaschen werden und war somit zu damaliger Zeit sehr pflegeleicht. Zu bemängeln war der unmögliche Schnitt der Hosen.

Anfang der 70er-Jahre löste ein neuer Anzug den Moleskin-Anzug ab. Er war aus einem pflegeleichten Material hergestellt, war in der Form sehr gut geschnitten und wurde daher von den Beamten sofort angenommen. Wegen seines Zuschnittes und des Farbtones hieß er bei den Beamten auch gleich "Coca-Cola-Anzug", heute Mehrzweckanzug genannt. Dieser Anzug wird auch heute noch zu fast allen Dienstverrichtungen getragen.

Nach der Verabschiedung des Personalstrukturgesetzes dauerte es dann noch fast drei Jahre, bis mit der generellen Umkleidung auf die neue moosgrüne Dienstkleidung begonnen wurde. Im Oktober 1979 wurde eine Garnitur als "besserer Dienstanzug" gegen Abgabe der Sommergarnitur (leichte Garnitur) ausgegeben, welche nur zu besonderen Anlässen getragen werden durfte. Erst im Juni 1980, die 2. Umrüstungsphase, gelangten weitere Uniformstücke an den Mann, wie:

> eine weitere Garnitur, > eine Keilhose, > ein Regenmantel, > eine Bergmütze und weitere Diensthemden.

Anlässlich dieser Umrüstung wurde gleichzeitig die neu eingeführte Bereitschaftstasche (Ersatz für den Rucksack) ausgegeben. Die Stahlhelme tauschte man nicht aus, sie wurden in der eigenen Kfz.-Lackiererei auf die neue RAL-Farbe umgespritzt.

Im Februar 1981 wurden die letzten am Mann befindlichen alten Dienstkleidungsstücke eingezogen. Somit trugen die Beamten der Abteilung nur noch die neuen moosgrünen Uniformteile mit den bambusfarbenen Diensthemden.

Beim Schuhwerk ist der Lederstiefel, genannt auch "Knobelbecher" immer noch am Mann. Zwischenzeitlich, mit der Einführung der Keilhose in den 70er-Jahren, wurde ein Bergschuh eingeführt, der aber mit der Einführung des "Springerstiefels" in den 80er-Jahren wieder weichen musste. Dieser Schnürstiefel wurde ebenfalls von den Beamten gut angenommen. Er passt sich durch die Schnürung gut dem Fuß an, so dass es zu keiner Blasenbildung bei Märschen kommt. Für die Sportausbildung musste der alte Turnschuh einem modernen Sportschuh bekannter Sportartikelhersteller weichen.

Der heutige Trainingsanzug "kann sich sehen lassen". Der Anzug hat gegenüber dem alten Anzug einen guten Schnitt. Die Turnhose mit der Innenhose kommt der "guten" Sporthose gleich. Nur die Badehose bedarf noch einer Verbesserung (natürlich gegenüber der Woll-Badehose aus den 50er-Jahren ist diese Hose top!).

Übergabe der Truppenfahne durch den Bürgermeister der Stadt Gifhorn, BIRTH, an den Kommandeur der Grenzschutzabteilung Nord 3, Polizeioberrat i. BGS KOCH.

Verleihung der Truppenfahne durch die Stadt Gifhorn

an den Bundesgrenzschutz Gifhorn

Am 14.10.1989, anlässlich des 30-jährigen Standortjubiläums, überreichte die Stadt Gifhorn dem Bundesgrenzschutz Gifhorn als Zeichen der engen Verbundenheit und des guten Miteinander eine Truppenfahne.

Das angeheftete Fahnenband trägt die Aufschrift:

"Zum 30-jährigen Jubiläum

dem BGS im Standort Gifhorn

im Jahre 1989

überreicht durch die Stadt

Gifhorn"

Die ehemaligen Abteilungskommandeure anl. des feierlichen Aktes: von links nach rechts: Polizeidirektor i. BGS Hohmann, Polizeidirektor i. BGS a.D. Schubarth-Engelschall, Leitender Polizeidirektor i. BGS a.D. Mally, Oberst i. BGS a.D. Markhoff

Die Übergabe der Truppenfahne fand unter angetretener Abteilung bei Anwesenheit der Vertreter der Stadt Gifhorn und der ehemaligen Abteilungskommandeure der Gifhorner Abteilung statt.

Nach Übernahme durch den Abt.-Kdr. POR i. BGS Koch wurde die Fahne von dem Fahnenkommando, Fahnenträger PHM i. BGS W. Müller unter Begleitung des Ehrenzuges zum ständigen Bestimmungsort, dem Dienstzimmer des Abt.-Kdr., verbracht.

Anmerkung:

Ebenfalls angetreten die 1989 noch im Dienst befindlichen "Männer der ersten Stunde" (Teilnehmer des Einmarsches am 16.11.1959). Von links nach rechts: OSTMR i. BGS Maack, PHM i. BGS Sievert, PHM i. BGS Kulbe, PHM i. BGS Burgdorf, PHM i. BGS Schwarz, PHM i. BGS Ulmke.

Fahnen hatten in den vergangenen Jahrhunderten eine andere Bedeutung als heute. Sie wurde von den Truppen als Feldzeichen geführt und galten als zur Treue verpflichtendes Symbol. In der Schlacht waren sie Sammelpunkt der Soldaten. Im 1. Weltkrieg wurde die Fahne letztmalig mit in das Feld geführt, doch bald in die Standorte zurück gebracht, da man feststellte, dass Fahnen in einem modern geführten Krieg ihren Sinn verloren hatten.

1965 erhielten Bataillone der Bundeswehr wieder eine Truppenfahne; den Verbänden des Bundesgrenzschutzes wurden ebenfalls Truppenfahnen verliehen.

Standorte des BGS, denen eine Truppenfahne verliehen wurde:

  • GSA Küste 1, Lübeck, am 15.08.1978 durch die Hansestadt Lübeck

  • GSA Küste 2, Ratzeburg, im März 1977 durch die Stadt Ratzeburg

  • GSA Küste 3, Schwarzenbek, am 21.02.1978 durch die Stadt Schwarzenbek

  • GSA A Küste 1, Lübeck, am 23.05.1976 durch die Hansestadt Lübeck

  • BGS See, Neustadt, am 15.06.1984 durch die Stadt Neustadt anl. des 20 jährigen Standortjubiläums

  • GSA Nord 1, Lüneburg, am 28.04.1984 durch die Stadt Lüneburg anl. des 25 jährigen Standortjubiläums

  • GSA Nord 2, Uelzen, am 01.10.1983 durch die Stadt Uelzen anl. des 20 jährigen Standortjubiläums

  • GSA Nord 3, Gifhorn, am 14.10.1989 durch die Stadt Gifhorn anl. des 30 jährigen Standortjubiläums

  • GSA Nord 4, Braunschweig, am 15.05.1975 durch die Stadt Helmstedt

  • GSA Nord 6, Duderstadt, am 20/21.06.1981 durch die Stadt Duderstadt anl. des 25 jährigen Standortjubiläums

  • GSA A Nord 1, Bodenteich, am 28.09.1974 durch die Gemeinde Bodenteich

  • GSA Mitte 2, Bad Hersfeld, am 18.11.1989 durch die Stadt Hersfeld anl. des 25 jährigen Standortjubiläums

  • GSA Mitte 3, Hünfeld, im September 1984 durch die Stadt Hünfeld

  • GSA Mitte 5, Speyer, am 25.05.1990 vom Land Rheinl.-Pfalz anl. des Rh.-Pfalz-Tages

  • GSA Süd 1, Oerlenbach, 1972 vom Landkreis Bad Kissingen

  • GSA Süd 4, Nabburg, am 27.05.1988 durch die Stadt Nabburg anl. des 25 jährigen Standortjubiläums

  • GSA Süd 5, Schwandorf, am 10.05.1974 durch die Stadt Schwandorf

  • GSA A Süd 1, Coburg, am 02.11.1989 durch die Stadt Coburg anl. einer Vereidigung

  • GSA T Süd, Rosenheim, am 14.06.1963 durch die Stadt Rosenheim

  • GSA West 1, Bonn-St. Augustin, am 23.08.1985 durch die Stadt Bonn anl. des 15 jährigen Standortjubiläums

  • GSA/E West, Swisttal, am 15.12.1985 durch die Gemeinde Swisttal

  • GS-FlGr., Hangelar, 1985 durch die Stadt St. Augustin anl. des 30 jährigen Standortjubiläums

  • GSG 9, Hangelar, am 30.10.1982 durch die Stadt St. Augustin

TEIL III

Archivarisches - Anekdotisches; unter anderem:

  • Alte Befehle

  • Bilder aus alten Zeiten

  • Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik

  • Weitere Begebenheiten

  • Die Einführung eines Verbandsabzeichens

  • Lustiges und Sonstiges zum Schluss notiert!

  • Schlusswort/Ausblick durch den Verfasser

Alte Befehle

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Bilder aus alten Zeiten

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Auch das gab es!

Auch das gab es!

Am 21.12.1959 berichtete die Gifhorner Runschau:

"In mehreren Gruppen kommen heute Vormittag motorisierte Angehörige der Bundesgrenzschutz-Garnison von ihrem Berg herunter in die Stadt. Sie wollen eine Reihe ältere und bedürftiger Gifhorner Bürger eine kleine Weihnachtsfreude bereiten. Für die Geschenke ist unter den Beamten mit großem Erfolg gesammelt worden. Eine freundliche Geste."

Bildunterschrift: Im Küchenhof der Abteilung beim Verladen der Geschenke. Die Trupps machen sich auf den Weg.

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Angehörige der Gifhorner Abteilung

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik

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Beförderungen

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Am 30.06.1979 schied der ehemalige Werkstattleiter (K), Oberstabsmeister i. BGS Sievers, aus dem aktiven Dienst aus. Seine Mitarbeiter hatten sich für diesen Tag etwas Besonderes ausgedacht. Punkt 07.00 Uhr stand der Abschlepp-Kw. der Abteilung vor der Wohnungstür des Beamten, um den scheidenden Beamten an seinem letzten Diensttag zum Dienst zu holen. Eine große Abordnung aus der Kfz.-Werkstatt hatte sich dazu eingefunden, um bei diesem Gaudi dabei zu sein. Denn der Transport geschah, wie auf dem Bild zu sehen, in einer eigens dazu angefertigten Ampel, die verkehrsgerecht an dem Abschlepp-Kw. montiert wurde. Aber damit noch nicht genug; denn mit dem Anfahren des Kfz. setzen die eigens hierfür montierte Musikanlage ein und aus den Lautsprechern erschall Marschmusik in entsprechender Lautstärke. In der Grenzschutzunterkunft wurde er von seinen Kameraden und Mitarbeitern mit einem großen "Hallodri" empfangen.

Die "heilige Barbara" (gest. 306) ist die Schutzpatronin der Bergleute und der Artillerie. Die Pioniere haben auch sie zu ihrer Schutzpatronin erklärt.

Ihre Existenz ist historisch völlig ungesichert.

Alljährlich am 04. Dezember wird nach altem Brauchtum das "Barbara-Fest" gefeiert. Die Pioniere verkleiden sich, ziehen durch die Abteilung und fordern alle Beamten zur Feier auf. Der Abteilungskommandeur wird dann zur Feier durch die Pioniere "geschultert" mit einem Schlauchboot abgeholt!

In der Krankenabteilung...

In der Krankenabteilung...

...fühlte man sich in all den Jahren nicht nur gut versorgt, sie ließ den Patienten auch "Bräune" zukommen

Das muss man doch gesund werden!!

Die Einführung eines Verbandsabzeichens (oder "Wir kämpfen wie Don Quichotte")

Der Entwurf zu diesem Verbandsabzeichen der GSA Nord 3 hat das Rennen gemacht

Der Entwurf zu diesem Verbandsabzeichen der GSA Nord 3 hat das Rennen gemacht

Erläuterung: Das Verbandsabzeichen ist diagonal geteilt und zeigt auf blauem Grund einen gelben Löwen, stehend auf einem roten Horn (Wappen der Stadt Gifhorn). Auf gelbem Grund (Farbe des GSK Nord) den Bundesadler. Farben: gelb=RAL 1007 (Chromgelb), blau=RAL 5010 (Enzianblau), rot=RAL 2002 (Blutorange)

Als 1989 der Bundesminister des Innern den Verbänden des Bundesgrenzschutzes die Möglichkeit einräumte, eigene Verbandsabzeichen (wie bei der Bundeswehr, aber auch schon bei den Polizeien der Länder) tragen zu dürfen, ahnte in der Gifhorner Abteilung noch niemand, dass hier ein noch nie da gewesener Kampf für bzw. gegen die Einführung eines Abzeichens ausbrechen würde.

Es bildeten sich zwei Lager: die GdP-orientierten Beamten und Anhänger, die gegen eine Einführung standen - etwa 80%- und die Befürworter auf der anderen Seite mit etwa 20%. Der ablehnenden Gruppe war das Vorhaben zu "militärisch"! Unverständlich, stellte sich diese Frage doch in keinem weiteren Standort des BGS (Anmerkung durch den Webseitenbetreiber: In den Länderpolizeien, in der Hauptsache auch GdP-orientiert, wurde dieses Argument zu keiner Zeit angeführt).

Trotzdem machte sich die Abteilungsführung an die Arbeit, ein eigenes Motiv - streng nach heraldischen Grundsätzen - zu entwerfen (obwohl die Heraldik manchmal zu kurz dabei wegkam).

Viele Entwürfe wurden gefertigt und in den Umlauf an die Hundertschaften gegeben. Sie stießen aber immer wieder auf Ablehnung. Die Zeit war noch nicht reif für eine Einführung!

Erst ein Jahr später, 1990, als das BMI dem Grenzschutzkommando Nord zu verstehen gab, dass Gifhorn die letzte Abteilung sei, die noch nicht über ein eigener Abzeichen verfüge, besannen sich einige Beamte in unserer Abteilung und waren bereit, über ein eigenes Abzeichen zu diskutieren.

Mit großem Geschick wurden Abordnungen aus allen Dienstschichten "zusammengetrommelt". Verschiedene Entwürfe wurden vorgestellt, fast alle verworfen. Schließlich einigte man sich auf eine Kompromisslösung.

Nachdem das Grenzschutzkommando Nord nun unser Abzeichen nach eingehender Prüfung (wurden die heraldischen Grundsätze auch beachtet!? - Andere Abteilungen hielten sich nicht immer daran) genehmigt hatte, bestellte die Abteilung dann unter eigenem Risiko 600 Exemplare (Bundesmittel standen nicht zur Verfügung).

Und siehe da, plötzlich wollte der überwiegende Teil der Beamten ein Abzeichen erwerben; eine Nachbestellung von 400 Exemplaren musste sogar aufgegeben werden.

Im Nachhinein stellte sich die Frage, ob dieser Hickhack überhaupt sein musste?

Eine Frage des Verfassers der Chronik: Sollte dieser Bericht vielleicht unter "Schlussnotizen zum Schmunzeln eingereicht werden?

Das Verbandsabzeichen nach seiner Umsetzung

Ein Entwurf:

Ein Entwurf:

Mühlen = begründet mit dem Sitz des internationalen Mühlenmuseums in Gifhorn

3 Mühlen = GSA Nord 3

Ein weiterer Entwurf

Ein weiterer Entwurf

Sich kreuzende Fernhandelsstraßen, rechter Rand zeigt stilisiert die Grenze

Tagesbefehl

Tagesbefehl

Major Markhoff

Außer Ordnung und Disziplin hielt er auch Federvieh in der Grenzschutzunterkunft. Hinter der Wache befanden sich Zwerghühner, an der Kfz.-Halle der 1. Hu. waren die Pfauen untergebracht und an der Kfz.-Halle der 4. Hu. hatten die Perlhühner ihr Quartier. Doch damit nicht genug; im Küchenhof wurden die Fasane und die Kaninchen gehalten. Eine Futterordnung wurde herausgegeben. Der Wachhabende hatte die Zwerghühner zu füttern: morgens Körnerfutter, Brot und Wasser. Während der Dienstzeit waren die Eier auf dem Ia-Geschäftszimmer abzugeben, abends musste der Hahn "ADALBERT" in den Stall getrieben werden. Für das Federvieh an den Kfz.-Hallen war der W.v.D. der 1. Hu. verantwortlich. Und geregelt war alles in den Dienstanweisungen!

Reg.-Oberamtmann Kaiser

Er hatte einen qualifizierten Mitarbeiterstab, erledigte aber am liebsten alles selber. Er führte außerdem in der Abteilung die "Bleistiftverlängerungshülse" ein.

PHM Brunswig

Er hatte bei der Einstellung von Dienstanfängern Sorge, dass auch alle "Koffers und Kartöners" auf den Boden kamen.

PHK Kotzel

Der Pfeifenraucher setzte am liebsten Kradmelder ein und freute sich diebisch, wenn das Krad ausfiel und der Melder keine "Groschen" zum Telefonieren dabei hatte.

Hauptmann Kunze

Er stand bei Märschen anlässlich von Übungen häufig mit dem Kartenwerk auf "Kriegsfuß".

Major Markhoff

Major Markhoff beauftragte in den ersten Jahren jeden ausfahrenden Fahrzeugführer damit, bei der Rückkehr einen Baum oder Strauch zur Verschönerung der Unterkunft mitzubringen. Besonderer Auftrag: Es war Isolierband mitzunehmen, um vor der Rodung die "Nordrichtung" am Stamm zu kennzeichnen.

OSTMR Sievers

Er beendete jede noch so schwierige Arbeit in der Kfz.-Werkstatt mit dem Ausspruch "PENG".

Wachtmeister Schneppe

WM S. "lieh" sich anlässlich einer Übung auf einer Weide ein Pony aus und überbrachte damit eine wichtige Meldung an die Befehlsstelle der Abteilung. Seit dieser Zeit nannte man die 15. Hundertschaft auch "Pony-Hundertschaft".

PHM Cramm

...schnarcht so laut, dass die nach einem Einsatz in der Sporthalle schlafende Hundertschaft kein Auge "zu kriegte".

Major Markhoff

...beauftragte die "Spieße" damit, ihre Kinder anzuhalten, zur Veränderung des Speiseplanes der Hühner Junikäfer zu fangen.

Hwm. Mosch

...besaß den Mut und die Kühnheit, dem Kdr. Markhoff anl. der Schleswig-Holstein-Übung seine Meinung in einem "harten Ton" zu sagen.

OSTMR Maack

...hatte verbotenerweise anl. der Schleswig-Holstein-Übung als Pionierzugführer ein Doppelbett auf seinem S-Magirus. Es hätte ja keiner gemerkt, wenn nicht bei dem Übersetzen über den Nord-Ostsee-Kanal mit Fähren der Bundeswehr der LKW in den Kanal versunken wäre. -Pech!!

Wachtmeister Koppitsch

...musste wie alle Kuriere, auf der Rückfahrt von Lüneburg in der Ortschaft Seedorf (nördl. Uelzen) einen Stop einlegen, um für die Aquariumsfische des Kommandeurs Markhoff aus dem Dorfteich Wasserflöhe mitzubringen. Nur........., er kannte keine Wasserflöhe, war aber sehr bemüht, nicht mit leeren Händen zurückzukommen. Mit großer Mühe fing er drei Tiere ein (Wasserläufer!) und kehrte damit zurück. Der Ansch...war ihm sicher!!

Oberstleutnant Markhoff

...sammelte bei einem Aufenthalt auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken soviel Pilze (auch genügend ungenießbare), dass er sie selbst in der Feldküche zubereitete und die Offiziere zum Essen einlud (wurde befohlen!). Inspektor Bröker gab gleich zu verstehen, dass er schon satt sei; es half nichts!!

Auszug aus der Dienstanweisung der Sicherungswache der Gifhorner Abteilung aus den 60er-Jahren.

Schriftwechsel zwischen dem Abteilungskommandeur Major i. BGS Markhoff und dem Vorsitzenden des GS-Personalrates der GSA III/5 Mosch im Jahre 1966

Thema: "Pfauen in der Grenzschutzunterkunft und ihr nächtliches Geschrei"

Schreiben des Personalvorsitzenden vom 16.05.1966:

"Ohne den Stolz dieser prächtigen Vögel mit ihrem bunten Gefieder verletzen zu wollen, sind ihre gellende Schreie zu Nacht schafender Zeit, besonders für die Grenzjäger der 9. und 10. Hundertschaft unerträglich. Schon morgens gegen 04.00 Uhr beginnen sie, die allgemein bekannten und für menschliche Ohren schmerzenden Töne von sich zu geben.

Wer sich unfein benimmt, muss eingesperrt werden."

Antwort des Abteilungskommandeurs am 01.06.1966:

"Der wohltuende verbindliche Text des Bezugsschreibens in einer Angelegenheit, die nicht leicht und auch nicht von heute auf Morgen zu lösen ist, verdient entsprechende Würdigung durch die Abteilung.

Zunächst glaube ich wohl auch die Zustimmung des Personalrates zu der Feststellung zu finden, dass unsere prächtigen Pfauen auch künftighin das weiträumige Areal der Gifhorner Unterkunft schmücken sollten.

Sie in der Zeit vom Frühjahr bis zum Hochsommer (im anderen Halbjahr schreien sie nicht bzw. kaum) einzusperren, scheint mir ein nicht realisierbarer Vorschlag, einmal, weil auch der eingesperrte Pfauenhahn seinen Balzruf erklingen lässt, zweitens, weil ein entsprechend großes Gehege ziemlich Kosten verursachen würde und drittens, weil darüber gerade die erstrebte optische Wirkung, die der freilebende Pfau bietet, verloren gingen.

Nach einer Information, die ich bei einer bekannten Braunschweiger Tierärztin einholte, soll es möglich sein, durch operativen Eingriff dem Pfauenhahn die Stimme zu nehmen. Eine derartige Operation kostet natürlich Geld, das durch eine entsprechende Sammlung aufgebracht werden müsste. Sie ist außerdem für das Tier mit einem gewissen Risiko verbunden; die Überlebenschance wird mit etwas 60% gewertet. Weger der Möglichkeit einer Durchführung werde ich mich mit der Tierärztlichen Hochschule in Hannover Verbindung aufnehmen.

Vorsorglich weise ich jedoch darauf hin, dass schon jetzt Stimmen laut werden, die "eine Verstümmelung der Pfauenhähne" energisch ablehnen und unter Hinweis darauf, dass Musikbox und privater Kfz.-Verkehr ein Mehrfaches an Lärm z.T. auch zu nachtschlafender Zeit verursachen, wünschen, dass der bisherige Zustand beibehalten wird, zumal über Jahre keinen nennenswerten Beschwerdeanlass bot.

Ich darf den Personalrat bitten, die Vielgestaltigkeit der Interessen abzuwägen und sich darüber auch klar zu werden, dass der möglicherweise mit einer Stimmbandoperation an den Pfauen auszulösende Vorwurf der Tierquälerei auf seinen Antrag vom 16.05.66 zu beziehen ist."

Anmerkung des Verfassers der Chronik:

Was der Personalrat nun darauf geantwortet hat, ist uns nicht bekannt. Jedenfalls haben die Pfauen noch Jahre in der Abteilung gelebt und ihre "gellenden" Schreie - besonders in den Morgenstunden - erschallen lassen.

Schreiben des Kommandeurs des GSK Nord Brigadegeneral im BGS Müller an die Leutnante, Fähnriche und Fahnenjunker des GSK Nord vom 11. Mai 1959

Auszugweise Abschrift:

Aus den Reden des General-Feldmarschalls Grafen Helmut von Moltke

Zweite Beratung des Reichshaushalts-Etats 1883/84. Reichstagssitzung vom 09. Dezember 1883

"Es hat sich hier eine besondere Abneigung ausgesprochen gegen die Einrichtung von Wohnungen für die Offiziere in den Kasernen, und ganz besonders gegen die Einrichtung von Offizierskasinos. Diese Bedenken begründen sich wohl nicht auf finanzielle, auf Ersparnisrücksichten; denn für die Offiziere, die in der Kaserne untergebracht werden, wird das Service erspart, und dadurch werden wohl die Zinsen der ursprünglichen Anlage ausgeglichen. Ich will noch hinzufügen: Die Offiziere, die in der Kaserne wohnen, sind ja auf die Kasernen nicht beschränkt, sie leben auch außerhalb derselben; sie finden sie in jeder guten Gesellschaft.

Man hat aber ein prinzipielles Bedenken dagegen ausgesprochen, nämlich, dass dadurch die Offiziere sich von den übrigen Gesellschaftsklassen absondern, und dass so der Kastengeist genährt wurde. Ja, meine Herren, für Kastengeist haben wir eine andere Bezeichnung: wir nennen das Kameradschaft. Es ist das feste Band, dass die Offiziere eines Regiments miteinander verbindet in all ihren Interessen, zum gegenseitigen Beistand in Freud und Leid, im Frieden und im Kriege. Kameradschaft war es, wenn in unseren Feldzügen da, wo eine Abteilung im Gefechte verwickelt wurde, von allen Seiten die übrigen hinzu eilten, um Hilfe und Beistand zu leisten, und diesem Verhalten verdanken wir wesentlich mit die Erfolge, welche erzielt sind.

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Nun, meine Herren, ist ja nicht zu bezweifeln, dass, wo Hunderte von jungen Mannschaften, zusammen wohnen, eine Aufsicht bei Tage und bei Nacht stattfinden muss. Meine Herren, es ist ein großer Unterschied, ob ein Befehl allgemein an eine unbekannte Menge erteilt wird, oder ob der Mann sich sagen muss: "Dieser Befehl gilt mir, der Befehlende kennt mich". Der Kompanieoffizier kennt jeden seiner Kompanie, aber es ist nicht zu verlangen, dass er auch die Mannschaften der übrigen Kompanien kennt, nicht die Mannschaften des ganzen Bataillons, und das, meine Herren, ist der einfache Grund, warum die Bestimmung dahin lautet, dass für jede Kompanie ein Offizier in der Kaserne wohnen soll."

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Nach gut 30 Jahren des Bestehens der Gifhorner Grenzschutzabteilung sah ich es als Bedürfnis und Notwendigkeit an, die Geschichte der Abteilung niederzuschreiben. In diesem Vorhaben wurde ich durch den Lauf der Geschichte bestärkt; durften wir doch als eine Institution, die die Sicherheit der Grenzen zu gewährleisten hatte, die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten im Jahre 1990 in der entscheidenden Phase miterleben.

Sollte in dieser Chronik nicht alles erwähnt worden sein, so bin ich doch der Meinung, dass die entscheidenden Momente erfasst wurden.

Es ist aber auch die Pflicht des Chronisten, auf wesentliche Veränderungen zwischen dem Abschluss dieses Werkes und der Drucklegung hinzuweisen.

Mit der Neugliederung des Bundesgrenzschutzes am 01. April 1992 wurde die Gifhorner Abteilung dem Grenzschutzpräsidium West in Bonn zugeordnet und erhielt die Bezeichnung "GSA West 1".

Sie wird nach dem Weggang des Polizeioberrates im BGS Koch (ab Juni 1991 mit der Koordination der neuen Aufgaben beim GSP Nord in Bad Bramstedt betraut) durch den zwischenzeitlich zum Polizeioberrat im BGS POR i. BGS Saatkamp geführt; ab dem 01.04.1992 offiziell mit der Führung der Abteilung beauftragt.

Der Bundesgrenzschutz hat in seiner alten Rolle aufgehört zu existieren, neue Aufgaben wurden zugewiesen. Der neue Bundesgrenzschutz mit einer anderen Struktur wird versuchen müssen, sich mit der neuen Aufgabenzuweisung ein neues Berufsbild zu schaffen.

Ich wünsche es ihm.

Ob es gelingen wird, wird in späteren Jahren ein weiterer Chronist zu berichten wissen.

Gifhorn, im Oktober 1992

gezeichnet: Günther Buhnese